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South America Goes Outdoor – 10 | Salar de Uyuni

Station 10, Salar de Uyuni, Bolivien:
Eisige Übernachtung in der Wüste, nichts mehr zu essen, Irrfahrt durch Bolivien und schließlich: ein Tag in der größten Salzwüste der Welt. 

Aber halt, wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Nachdem wir die größte Akttraktion Perus gesehen hatten, beschlossen wir spontan, das Land zu wechseln. Wir hatten von einer riesigen Salzwüste in Bolivien gehört und als Naturbegeisterte konnten wir uns dieses Wunder nicht entgehen lassen. So begaben wir uns also auf die lange Reise nach Uyuni.

Reise nach Uyuni

La Paz, die chaotische Hauptstadt Boliviens, die ihrem Namen nicht gerecht werden will – hier legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein und suchten uns die günstigste Busverbindung in Richtung Süden. Von bequemen und sicheren Touristenbussen hatten wir zu dem Zeitpunkt noch gar nichts gewusst. Spät nachts stiegen wir ein in den Bus, der definitiv schon bessere Tage gesehen hatte.  Wir hatten ja keine Ahnung, was für Abenteuer uns dadurch erwarteten.

Planmäßig sollten wir am nächsten Vormittag in Uyuni ankommen, dementsprechend hatten wir nicht viel Proviant dabei. Wir machten es uns auf den ranzigen Sitzen so bequem wie möglich, bestaunten noch den klaren Sternenhimmel aus dem Busfenster heraus, dann schliefen wir nichts ahnend ein.

La Paz, Bolivien - kurzer Stop im Chaos der Hauptstadt
La Paz, Bolivien – kurzer Stop im Chaos der Hauptstadt

Gefangen in der Wüste

Gegen 2 Uhr morgens blieb der Bus plötzlich stehen. Draußen – Schwärze. Um uns herum kam Bewegung in die Mitfahrer, überall wurde gemurmelt, Sachen zusammengepackt. Wir konnten doch wohl noch nicht da sein? Es stellte sich heraus, dass unser Bus mitten in der Nacht, mitten in der Wüste, kaputt gegangen war. Anscheinend sei die Bomba de Agua geplatzt, was auch immer das bedeuten mochte.

Für uns jedenfalls bedeutete es, hinaus in die Kälte zu gehen und uns nach alternativen Fortbewegungsmitteln um zu sehen, denn unser Bus würde definitiv nicht weiter fahren. Blöd nur, dass wir mitten in der bolivianischen Wüste gestrandet waren und es Temperaturen um die Null Grad hatte. Glücklicherweise kamen auf dieser Route viele Busse entlang mit dem selben Ziel, die nach und nach die Gestrandeten einsammelten.

Unglücklich war, dass nach ein paar Stunden nur noch wir zwei deutschen Mädchen übrig waren, allein mit den beiden Busfahrern. Die sagten, jetzt würde kein weiterer Bus mehr kommen. Und so ergaben wir uns in unser Schicksal und richteten uns so gut wie möglich in dem Buswrack ein. Eine kalte Nacht stand uns bevor.

Verrostet in der Wüste - so sieht unser Bus vermutlich heute aus
Verrostet in der Wüste – so sieht unser Bus vermutlich heute aus

Kreuz und quer durch Bolivien

Als wir am nächsten Morgen steif gefroren aus dem Bus kletterten, hatten wir kaum geschlafen. Vor uns erstreckte sich rot-staubige Wüste. Die Busfahrer winkten vage in eine Richtung, wo sie eine weitere Bushaltestelle vermuteten. Wir marschierten los, erst durch Wüstenlandschaft, dann durch eine verlassene Stadt, bis wir schließlich Stunden später tatsächlich von einem winzigen Bus eingesammelt wurden. Dieser fuhr gemächlich durch die spektakulären Landschaften Boliviens und wir hätten die Aussicht sicher mehr genießen können, wären wir inzwischen nicht schon halb verhungert gewesen.

Nach über 24 Stunden Reise kamen wir doch noch an. Mit letzter Kraft schleppten wir uns durch die Straßen Uyunis und freuten uns über eine richtige Mahlzeit und über ein mehr oder weniger warmes Bett. Entschädigt wurden wir von der Busgesellschaft übrigens nicht. Dafür durch den darauffolgenden Tag.

Traumhafte Landschaften Boliviens - beim nächsten Mal mit Motorrad!
Traumhafte Landschaften Boliviens – beim nächsten Mal mit Motorrad!

Wie wir endlich doch noch ankommen und was wir in der größten Salzwüste der Welt erleben, gibt’s auf Seite 2 zu lesen.

Tags : Salar de UyuniSalzwüste

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