Sechs Fakten über Rückenprotektoren

Helme und Rückenprotektoren gehören inzwischen zur Standardausrüstung eines jeden Freeskiers – und das ist gut so. Worauf ihr beim Kauf eines neuen Modells achten solltet, kann euch wohl niemand besser erklären als Jörg Tichy von Komperdell.

1. Hardshells vs. Soft-Protektoren
Hartplatten schützen eher vor Verletzungen, die von einem „Durchbohren“ durch spitze Gegenstände hervorgerufen werden können. Dagegen dämpfen Soft-Protektoren die Aufprallkräfte nach Stürzen oder Kollisionen und verteilen diese großflächig.

2. Memory-Effekt
Hochwertige Soft-Protektoren verwenden für eine optimale Dämpfung mehrere Lagen Kunststoffschäume in unterschiedlichen Stärken. Die von Komperdell ver­wendeten Materialien verfügen neben der notwendigen Dämp­fungs­eigenschaft, also der Absorption und Verteilung der Aufprallkräfte durch die Komprimierung des Materials, auch noch über einen Memory-Effekt: Nach dem Sturz kehrt der Schaum wieder in seine Ursprungsform zurück. Dieser Effekt kann beliebig oft wiederholt werden und man spricht deswegen auch von einer Mehrschlagfähigkeit.

bodyglove-st27101-epspad-23. Norm
Protektoren müssen mit dem Prüfzeichen EN1621-2 zertifiziert sein und werden in zwei Schutzklassen unterschie­den. Dabei bietet die Schutzklasse 1 deutlich weniger Dämpfung als Schutzklasse 2, kommt für Skifahrer also nur bedingt in Frage. Bei genormter Fallhöhe und genormtem Fallgewicht darf die Restkraft (also die Kraft, die nach der Dämpfung durch den Protektor überbleibt) bei Schutzklasse 2 im Durchschnitt nicht mehr als 9 kN betragen und kein Ein­zel­schlag 12 kN überschreiten. Die Topwerte bei den Spitzen­pro­dukten liegen heutzutage bei Werten knapp unter 5 kN.

4. Schutzfläche
Ein weiteres entscheidendes Kriterium für hoch­wertige Protektoren ist die Größe der Schutzfläche, also auf welcher Länge die Wirbelsäule wirklich effektiv geschützt ist und welche Breite des Rückens abgedeckt wird. Da­bei sollten neuralgische Punkte wie Lenden-, Brust- und untere Halswirbelsäule unbedingt abgedeckt werden. Bei hoch­wertigen Protektoren werden sogar Modelle mit zusätzlichem Rundumschutz für den Nieren- und Rippenbereich angeboten.

5. Passform
Protektoren sollten eng genug am Körper anlie­gen, um bei Stürzen mit ihren oft einhergehenden Rotations­kräften nicht zu verrutschen. Dabei sollten sie aber keinesfalls die Beweglichkeit einschränken oder gar einschneiden. Deshalb achten führende Hersteller auf ergonomische Schnitt­führung und spezifische Damen-, Herren- und Kindermodelle. Bei Komperdell wird zusätzlich ein spezielles Material verwendet, das sich durch die abgegebene Körper­wär­me individuell an die Konturen anpasst.

6. Pflege
Die meisten Protektoren können sowohl unter als auch über der Skibekleidung getragen werden, wobei die letz­tere Variante wohl die gängigere sein dürfte. Diese bringt aber den Nachteil mit sich, dass der Protektor „verschwitzt“ wird. Bei einigen Herstellern muss die Protektor-Einheit vor dem Waschen entnommen werden. Komperdell-Produkte sind – bei Beachtung der Pflegeanleitung – komplett waschbar.