amaZOOnico – Auffang- und Auswilderungsstation für Wildtiere
Am nächsten Tag hatten wir immer noch nicht genug vom Dschungel und unternahmen einen weiteren Tagesausflug, diesmal bewaffnet mit Gummistiefeln, Mückenspray und Regenjacke. Ziel war ein Projekt mitten im Dschungel, eineinhalb Stunden Busfahrt und eine Bootstour auf dem Río Arajuno von Tena entfernt. Dort wurde vor vielen Jahren der amaZOOnico gegründet, eine Auffang- und Wiederauswilderungsstation für Wildtiere. Voriges Jahr hatte ich dort drei Monate als Volontärin gearbeitet und wollte nun, da ich in der Gegend war, mal wieder vorbei schauen.
Nach der mehrstündigen Anreise kletterten wir schließlich aus dem Boot und folgten einer langen Treppe hinein in den Dschungel. Oben an der „Bar“ angekommen, buchten wir eine Führung durch den Wildtierpark, die ich letztes Jahr noch selbst gegeben hatte. Auf einem Trampelpfad durch den Dschungel gelangte man zu großen Gehegen, die von Wildtieren bewohnt wurden. Diese waren illegalerweise als Haustiere gehalten worden und alleine in der Wildnis nicht mehr überlebensfähig. Deshalb werden sie zwar in Käfigen gehalten, sind ihrer natürlichen Umgebung aber so nah wie möglich und durch die amaZoonico-Touren werden Touristen sowie die lokale Bevölkerung auf Natur- und Tierschutz aufmerksam gemacht.
Eine entflohene Raubkatze
So kamen wir an Gehegen vorbei mit sprechenden Papageien, mit einem jungen Tapir, das als Baby von seiner Mutter getrennt wurde, einer Anakonda, die ihren Jagdinstinkt verloren hatte, halbzahme Wieselkatzen und verstümmelte Wickelbären, durchgedrehten Kapuzineräffchen, und ein durch das Haustierleben aggressiv gewordener Klammeraffe mit Familie. Ab und zu kreuzte eine Schildkröte unseren Weg und in den Bäumen um uns herum raschelten große Gruppen von Totenkopfäffchen, die durch die Wipfel turnten.
Nur in den hintersten Park-Bereich mit den Ozeloten durften wir nicht gehen. Die Ozelot-Dame Mischki war nämlich wohl gerade ausgebrochen, ein paar Kichwa-Jungs eilten an uns vorbei, um sie wieder einzufangen. Ich wäre trotzdem gerne dort hingegangen, schon um zu sehen, wie es den zwei Baby-Ozelots vom letzten Jahr jetzt ging. Doch eine verängstigte frei laufende Wildkatze ist unberechenbar. Also keine Diskussion und zurück zum Start der Tour. Ein bisschen wehmütig verließen wir daraufhin im strömenden Regen mit dem Boot den amaZOOnico. Hier hatte ich letztes Jahr eine sehr schöne Zeit verbracht.
Doch weitere Abenteuer erwarteten uns in fernen Landen. Und so verabschiedeten wir uns von Tena und dem Dschungel und stiegen in einen Bus in Richtung Süden.
Folge uns zu Station 5, wo wir uns in wilde Gewässer begeben!












