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South America Goes Outdoor – 4 | Tena

Station 4, Ecuador, Tena:

Canyoning in den Pimpilala-Wasserfällen, Schmetterlinge, wilde Tiere im Dschungel und eine entflohene Raubkatze. Aber halt – wie bin ich hierhin gekommen?

Wir hatten die Berge Ecuadors gesehen, waren die Strände an der Küste Ecuadors entlang spaziert, nun fehlte nur noch eines zu unserem Glück – der Dschungel! Mit dem Bus fuhren wir in die Hauptstadt Quito, sammelten einen Freund ein, der aus Deutschland für ein paar Wochen dazu stoßen wollte, und fuhren nun zu dritt weiter bis zu dem Städtchen Tena. Umgeben von dampfendem Grün empfing uns die Dschungel-Hauptstadt, die bekannt ist, für ihr breites Outdoorsport-Angebot und nachhaltigen Ecotourismus.

Tena, die Dschungel-Hauptstadt

Wir quartierten uns in einem wunderschönen Eco-Hostel auf einem Hügel über der Stadt ein, dessen deutsche Besitzerin ich schon von einem vorherigen Ecuador-Besuch kannte. Von ihr ließen wir uns auch beraten, was wir outdoortechnisch hier nicht verpassen sollten. Und so erfuhren wir von den Pimpilala-Wasserfällen in der Nähe der Stadt, die ein Canyoning-Erlebnis versprachen. Der Name war so witzig, dass die Entscheidung schnell getroffen war. Gleich am nächsten Morgen schnürten wir die Wanderschuhe und machten uns auf in Richtung Pimpilala.

Ein Taxi brachte uns mitten in den Dschungel zu einem einsamen Häuschen. Dort erklärte uns der Besitzer, dass man auch ohne Guide und Sicherungsausrüstung eine bestimmte Strecke die Wasserfälle hochklettern könnte. Und das am Fuße des Toureinstiegs das Wasser in einen Steinpool geleitet werde, den wir gerne benutzen dürften. Und er entzauberte unseren Pimpilala-Witz ein wenig: Es ist das Kichwa-Wort für Schmetterling. Den ganzen Wasserlauf hinauf tummeln sich nämlich so viele verschiedene bunte Schmetterlinge, dass sie schließlich zum Namensgeber für die Wasserfälle wurden.

Canyoning im Pimpilala

Und so kletterten wir los. Außer uns war niemand da, wir hatten die Pimplalas also ganz für uns. Ein Pfad führte durch dichtes Grün stetig bergan und folgte einem Wasserlauf. Ganz allmählich wurde der Dschungelspaziergang zu einer Klettertour, über glitschige Baumstämme und feuchte Felsen hangelten wir uns nach oben, ständig umflattert von unseren Pimpilalas. Wie versprochen war der Kletter-Anspruch nicht zu hoch, ohne dass die Tour dadurch langweilig geworden wäre. Immer wieder mussten wir uns überlegen, wie wir nun diesen Wasserfall am besten besteigen, welche Route funktionieren könnte. Nass sind wir natürlich auch geworden. Ist bei den Temperaturen allerdings sehr angenehm gewesen.

Gefährlicher Heimweg

Schließlich erhob sich über uns ein Wasserfall, bestimmt über 10 Meter hoch. Hier war für uns ohne Kletterausrüstung und Sicherung die Tour zu Ende. Und so machten wir uns wieder auf den Rückweg, der sich als schwieriger als der Hinweg entpuppte. Nass und glitschig und bergab – diese Kombination machte den Abstieg spannend und auch um einiges langwieriger. Ungefähr am Nachmittag kamen wir müde aber glücklich und unbeschadet wieder unten an. Zur Erfrischung sprangen wir  in den Steinpool, nach wie vor umflattert von zahllosen Schmetterlingen. Der perfekte Abschluss unseres Canyoning-Abenteuers!

Ein Pimpilala (=Schmetterling)
Ein Pimpilala (=Schmetterling)

Oder auch nicht, denn die Dämmerung rückte näher, wir waren im tiefsten, verlassenen Regenwald und kein Taxi in Sicht. Wir hatten vor lauter Pimpi und Lala die Zeit vergessen! Uns blieb nichts anderes übrig – zu Fuß machten wir uns auf in das mehrere Kilometer entfernte Tena. Der Weg war zwar nicht schwierig, aber alleine im Dunklen ohne Taschenlampe durch den doch nicht ganz ungefährlichen Dschungel wandern, falsche Abzweigungen nehmen, wilden Tieren begegnen oder gar einer Bande, die uns weiße Touristen überfällt – darauf wollten wir es nicht unbedingt ankommen lassen.

Nach einiger Zeit, der Himmel hatte schon ein bedenkliches Dunkelrot angenommen, hielt ein Auto neben uns. Besagte Bande? Nein – tatsächlich saßen da Leute, die im selben Hostel untergekommen waren wie wir. Kleine Welt oder großer Zufall? Wir durften einsteigen und wurden bis vor die Haustür chauffiert. Glück gehabt!

Auf Seite 2 wagen wir uns in den tiefsten Regenwald zu wilden Tieren!

Tags : EcuadorTena

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