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South America Goes Outdoor – 12 | Colca Canyon

Station 12, Colca Canyon, Peru:
Auf unserer letzten Station durch Südamerika steigen wir hinab in den zweittiefsten Canyon der Welt. Dabei begegnen uns riesige Kondore, wir entdecken eine Oase am Grund der Schlucht und überwinden nachts 1000 Höhenmeter, um den Sonnenaufgang über dem Canyon zu erwischen.

Aber halt, wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Wir hatten die trockenste Wüste der Welt hinter uns gelassen und waren nun zurück in Peru. Auf der Suche nach dem nächsten Extrem, dem krönenden Abschluss unserer Reise. Wir fanden es in der Stadt Arequipa. Von hier aus startete unsere 3-Tages-Tour durch den zweittiefsten Canyon der Welt, den Colca Canyon. Um auch etwas von den drei Tagen zu haben, begann die Tour nur leider schon um 3 Uhr morgens.

Auf dem Weg zum Colca-Tal fahren wir durch bizarr-schöne Landschaften
Auf dem Weg zum Colca-Tal fahren wir durch bizarr-schöne Landschaften

Riesen der Lüfte

Mit einem kleinen Bus startete die Tour von Arequipa aus. Mehrere Stunden fuhren wir durch bizarre Vulkanlandschaften, vorbei an Lama-Herden und schroffen Bergen. Unser erstes Ziel war ein Parkplatz direkt am Canyon-Abgrund. Auf einer nahe gelegene Aussichtsplattform tummelten sich bereits eine Touristenansammlung. Alle starrten gebannt in die Luft. Sie schienen auf etwas Bestimmtes zu warten.

Nach kurzer Zeit wussten wir auch, auf was. Nicht umsonst nannten sie diesen Platz “Cruz del Condor” (Kreuz des Kondors). Plötzlich erschienen riesige schwarze Flügel am Horizont. Zwei majestätische Kondore flogen auf den Aussichtspunkt zu und umkreisten ihn mit lässiger Eleganz. Mit einer Flügelspannweite von 3 Metern war das definitiv ein beeindruckender Anblick.

Große Ohs und Ahs wurden begleitet von eifrigem Blitzlichtgewitter. Mittlerweile waren mehrere hundert Touristen zusammengelaufen. Ganz großes Kino. Zufall? Ich fragte unseren Busfahrer. Der gestand mir, dass die Kondore an diesem Punkt regelmäßig angefüttert werden (mit toten Mauleseln), um sie herzulocken. Und damit auch die Touristen. Kondore sehen, schön und gut. Aber zu solchen Bedingungen?
Wir waren froh, als die Tour weiter ging.

Wanderung in den Colca Canyon

Noch ein Stück weiter ließ uns der Bus dann am Straßenrand raus. Ein kleiner Trampelpfad führte in den Canyon. Endlich ging es los!
Der Pfad war schmal und steinig, er wand sich in scharfen Kurven immer tiefer in die Schlucht hinab. Rechts und links von uns erhob sich rauer Fels. Natürlich waren wir nicht alleine unterwegs. Mit einer bunt zusammengewürfelter Gruppe hatten wir den Trek gestartet und unterwegs begegneten uns immer wieder andere Wanderer.

Hier beginnt der Abstieg in den zweittiefsten Canyon der Welt
Hier beginnt der Abstieg in den zweittiefsten Canyon der Welt

Anfänglich erschien das Wandern mühelos, fast wie ein Spaziergang. Doch nach der ersten Stunde spürten wir unsere Waden. Das zügige bergab wandern beanspruchte unsere Muskeln. Daraufhin ließen wir es etwas ruhiger angehen, was gar nicht einfach war, denn manche Abschnitte waren sehr steil. Nach der zweiten Stunde hatten wir jenen Zustand erreicht, in dem man ewig weiter wandern könnte.

Nach der dritten Stunde waren wir am Grund des Colca Canyon angekommen. Etwas aus dem Konzept gebracht, versuchten wir uns daran zu gewöhnen, die Beine nicht mehr zu bewegen. Am Fuße einer Brücke hatten sich inzwischen die Schnelleren der Gruppe gesammelt, um auf die Nachzügler zu warten. Auch wir legten eine Pause ein, bis die Truppe wieder vollständig war.

Grüne Terrassen

Schließlich ging es weiter, nun nicht mehr steil bergab, sondern mehr oder weniger ebenerdig. Die Umgebung veränderte sich schlagartig. Von den trockenen, nackten Felsen tauchten wir plötzlich ein in sattgrüne Terrassenfelder. Hier wuchsen Bäume und Blumen, Ziegen grasten auf Weiden, auf üppigen Feldern wurde Landwirtschaft betrieben.

Die Terrassen wurden schon vor hunderten von Jahren angelegt
Die Terrassen wurden schon vor hunderten von Jahren angelegt

Anscheinend sind diese Teile des Canyons schon vor hunderten von Jahren terrassiert worden, um sie landwirtschaftlich zu nutzen. Die kargen Felsenwände des Colca Canyon umgaben uns immer noch, doch dazwischen folgten wir einem grünen Band.

Gegen Abend erreichten wir schließlich eine kleine Siedlung. Von den Einheimischen bekamen wir ein Essen hergerichtet. Anschließend wurden uns kleine Hütten für je zwei oder drei Leute zur Verfügung gestellt. Und dann? Kein Strom, kein Buch, kein Film. Da saßen wir in einem Canyon und hatten einfach mal – nichts zu tun. Das war herrlich! Angenehm müde vom Tag unterhielten wir uns oder spielten gemeinsam Karten.

Auf der nächsten Seite finden wir das Paradies!

Tags : Colca CanyonKondorPeru

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