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South America Goes Outdoor – 5 | Baños

Über Bord

Wir hatten nichts einzuwenden und so kippte ein Boot nach dem anderen um, unseres zuletzt. Da das Wasser an dieser Stelle tatsächlich etwas wilder war, war die Aktion eigentlich ganz witzig. Als ich wieder auftauchte, sah ich um mich herum viele bunte Köpfe lachend in der Strömung treiben.

Aber jemand fehlte. Meine Freundin war nicht mit uns aufgetaucht und ich konnte sie auch nirgendwo entdecken! Beunruhigt schwamm ich auf das gekippte Boot zu und informierte über Rufen unseren Guide. Der machte sich eiligst daran, dass Boot wieder in die richtige Lage zu bringen.

Wir haben es aus Langweile getan - doch der Flip-Over wurde gefährlicher als erwartet (Foto: John Dengler)
Wir haben es aus Langweile getan – doch der Flip-Over wurde gefährlicher als erwartet (Foto: John Dengler)

Endlich entdeckte ich meine Freundin, wie sie mit panischem Gesichtsausdruck an die Oberfläche stieß. Eilig zog ich sie ins Boot und frage sie, was passiert war. Beim Umkippen des Bootes war sie vom Wasser unter das Boot gedrückt worden und durch die Strömung für ein oder zwei Minuten dort gefangen gewesen. Schließlich konnte sie aber doch entkommen und die Wasseroberfläche durchbrechen. Das hätte auch böse ausgehen können!

Vorne im Boot: Action-Zone 

Erstmal ein bisschen Pause machen im Boot, die anderen paddelten schon voraus. Etwas später und sichtlich zerzaust folgte das Team Bailando dann schließlich auch. Doch wir hatten unsere gute Laune schnell wieder gefunden, denn die Sonne kam heraus, wir waren auf einem Abenteuer und tatsächlich manövrierten wir unser Boot noch durch ein paar waschechte Stromschnellen hindurch.

Manchmal wird es ganz schön nass. Hier sieht man auch das "Wild" von "Wildwasserrafting".
Manchmal wird es ganz schön nass. Hier sieht man auch das “Wild” von “Wildwasserrafting”.

Aber unser Paddelstil war höchst chaotisch, da nicht alle Teammitglieder die Befehle des Guides verstanden, entweder aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse, oder weil wir den Steuermann, der ganz hinten im Boot saß, gar nicht hörten.

Da meine Freundin und ich die leichtesten waren, saßen wir in ganz vorne und damit mitten in der Action-Zone. Das Wasser flog uns nur so um die Ohren, wie Helden traten wir den Stromschnellen entgegen. Da können die Steuermann-Befehle schon mal im Eifer des Gefechts untergehen. So kamen wir ab und zu ins Kreiseln, und die Oberarme wurden ganz schön trainiert. Aber alles nicht schlimm – Team Bailando hatte mächtig Spaß!

Damit ihr euch das Spektakel ungefähr vorstellen könnt, hier ein Video von einer Rafting-Tour auf dem Pastaza!

Kurzweilige Tour

Viel zu schnell erreichten wir die Ausstiegsstelle und holten die Boote aus dem Wasser. Zum Kleider wechseln und für einen kleinen Snack wurden wir zu einem Häuschen in der Pampa gefahren. Es war am Ende doch ziemlich frisch geworden in den nassen Sachen. Dann fuhren wir zurück nach Baños und das ganze Abenteuer war auch schon wieder vorbei.

Für die Zukunft würde ich wohl eher eine mehrtägige Rafting- oder Kajaktour vorziehen, so war die Sache zwar ganz lustig, aber irgendwie auch unbefriedigend gewesen. Richtiges Wildwasserrafting hatten wir uns schon ein bisschen wilder vorgestellt. Wobei der eine wilde Moment mit meiner fast ertrunkenen Freundin dem Raften schon eine gefährliche Note verliehen hat.
Nichtsdestotrotz hatten wir Spaß gehabt, mit netten Leuten auf einem Fluss „Bailando“ geträllert und waren doch ordentlich nass geworden! Und ist das nicht die Hauptsache?

Station 6 befindet sich wieder in den trockenen Bergen, diesmal an der Grenze zu Peru. Es bleibt spannend, denn dort verliefen wir uns in den Weiten der ecuadorianischen Berge.

Tags : BañosEcuadorRafting

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