close

South America Goes Outdoor – 11 | Atacama

Station 11, Atacama-Wüste, Chile:
Die trockenste Wüste der Welt, eine Stadt umgeben von Sand, glatte Dünen, spektakuläre Stürze  und die besten Rides!

Aber halt, wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Nach der größten Salzwüste der Welt, dachten wir, machen wir doch gleich noch einen Abstecher zur trockensten Wüste der Welt. Und so setzten wir uns in den nächsten Bus in Richtung Grenze. Ist übrigens gar nicht so ohne, von Bolivien nach Chile einzureisen. Der Grenzübergang liegt in vulkanischem Niemandsland.

Stundenlang warteten wir in der sengenden Hitze. Unser Gepäck wurde intensiv und ohne Rücksicht auf Privatsphäre gefilzt. Und unsere einzige Wegzehrung, ein Apfel, wurde konfisziert. Schon klar, wir sehen aus wie Terroristen und in dem Apfel ist eine Bombe. Doch das brachte uns gar nicht aus der Ruhe. Denn wir hatten ein ganz besonderes Ziel.

Wüstenstadt – San Pedro de Atacama

Als die ersten Sterne aufgingen, erreichten wir die Wüstenstadt San Pedro de Atacama. Hier wollten wir uns einen großen Traum erfüllen: Sandboarding. Surfen und Snowboarden zählen schon seit Jahren zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. Das Prinzip des Schwebens jetzt auch auf körnigen Sanddünen auszuprobieren, hatte uns erst an diesen einsamen Ort gelockt.

Am nächsten Morgen erkundeten wir sogleich die Stadt und stolperten über ein breites Outdoor-Angebot: da gab es mehrtägige Reittouren durch Canyons, Mountainbike-Trails und natürlich Sandboarding. Wir betraten die nächstbeste Outdoor-Agentur und äußerten unseren Herzenswunsch. Minuten später hielten wir schicke Boards in den Händen und kletterten damit auf einen Jeep. Und ab ging’s in die Wüste!

Auf Fels und Sand kommt man am besten mit dem Jeep voran.
Auf Fels und Sand kommt man am besten mit dem Jeep voran.

Sandboarding in der Atacama-Wüste

Endlich war es soweit! In der gleißenden Wüstensonne erhob sich eine mächtige Düne vor uns. Mit ein paar anderen Touris und zwei Guides machten wir uns gleich an den langen Aufstieg. Man mag es nicht meinen, doch eine Sanddüne hinaufzugehen ist ziemlich anstrengend. Schon bevor die Action überhaupt begonnen hatte, waren wir in Schweiß gebadet. Oben angekommen bekamen unsere Boards dann erst einmal ein ordentliches Waxing.

Dann schnallten wir uns auch schon drauf. Und abwärts ging’s! Und, wer hätte das gedacht, bereits nach Sekunden wechselten wir von extrem coolem Sandboarding zu extrem sandintensivem Dünen-Hinunterkullern. Denn im Sand gelten andere Regeln, als im Schnee oder auf dem Wasser. Das Gewicht muss anders verlagert werden und in den Kurven fühlt sich der Widerstand erstmal fremd an. Und man fällt einfach viel schneller auf die Schnauze.

Spektakuläre Stürze waren auf jeden Fall dabei. Aber im Sand besteht wenig Verletzungsgefahr.

Dünenexperten

Mit den Stunden bekamen wir den Bogen langsam raus. Die Düne bestiegen wir in regelmäßigem, gemütlichem Tempo. Oben machten wir kurze Pausen, Boards wurden nachgewaxt. Für ein optimales Schweberlebnis! Und beim Abgang machten wir eine immer bessere Figur. Wir bekamen ein Gefühl für den Sand, die Kurven, den richtigen Gewichteinsatz. Und so cruisten wir ein ums andere Mal die buttergelben Dünen hinunter.

Im Licht des Sonnenuntergangs genossen wir die letzten Rides. Natürlich waren wir fix und fertig. Anstrengenderen Sport hatte ich bis dato nicht gekannt. Aber das Feeling – einfach einmalig! Und natürlich die Location. Blutrote Felsformationen umringten die Dünen, am Horizont Vulkane, Vollmond und Salzwüsten. Ganz ehrlich, was will man mehr.

Hier ein paar Vibes aus dem Sand. Und was sonst noch alles mit Wüste und ein paar Brettern möglich ist:

Den Geschmack von Schweiß und Sand auf der Zunge, machten wir uns bei Einbruch der Nacht wieder auf den Weg zurück ins Hostel. Doch es hat noch lange gedauert, bis wir auch die letzten Sandkörner aus unseren Kleidern, Haaren und Körperöffnungen endgültig entfernt hatten.

 

Neugierig, wie es weitergeht? Die letzte Station unseres Südamerika-Outdoor-Trips ist in einem der tiefsten Canyons der Welt.

Tags : AtacamaChileSandboardingWüste

Pin It on Pinterest