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South America goes Outdoor – 2 | Cuicocha-Kraterlagune

Foto-Credits: CC BY-SA 3.0 | Bernard Gagnon

Station 2, Ecuador, Cuicocha-Kraterlagune
Ein Meerschweinchen-See an einem schlafender Vulkan, zwei Inseln in der Mitte, Pflanzentunnel und dünne Luft auf 3.400 Metern. Aber halt – wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Die Luft ist dünn, schon nach wenigen Minuten der Wanderung kommen wir ins Keuchen. Dabei sieht der schmale Trail, der zwischen Blümchen leicht bergauf führt, eigentlich ganz nett aus. Aber die Höhe von 3.300 Metern macht sich schon bemerkbar. Fast ist es ein wenig peinlich, so unerhört laut zu keuchen, aber andere Wanderer, die uns entgegen kommen, klingen genau wie wir. Das beruhigt.

Die Cuicocha-Kraterlagune

Unsere zweite Outdoor-Station machen wir wieder in Ecuador, ein paar Stunden südlichen des Nationalparks „El Angel“. Gelockt hatte uns wieder unser Reiseführer, der die Cuicocha-Kraterlagune als eine der schönsten Lagunen des Landes anpries. In der Sprache der Kichwa bedeutet Cuicocha Meerschweinchen-See, allerdings haben wir dort keine Meerschweinchen gesehen.
Die Lagune liegt an den südlichen Flanken des schon seit über 3.000 Jahren schlafenden Vulkans Cotacachi. Auf 3.070 Höhenmetern breitet sich die tiefblaue Kraterlagune aus, in ihrer Mitte zwei grün bewachsene Inseln, deren Zutritt übrigens leider verboten ist. Auf einem 4 bis 6-stündigen Fußweg kann man die Kraterlagune umrunden, insgesamt 11 km lang ist die Route.

Die Cuicocha-Kraterlagune am Hang des Cotacachi-Vulkans (Quelle: Patricio Ramon)
Die Cuicocha-Kraterlagune am Hang des Cotacachi-Vulkans (Foto: Patricio Ramon)

Der Rundweg

Wir sind also unterwegs, die Aussicht ist wirklich hinreißend, der Weg ist doch nicht ganz unanspruchsvoll. Schmal schlängelt er sich mal bergauf, mal bergab, mal rutschen wir auf Kieselschotter, mal sinken wir in weiche Erde. Und die dünne Luft! – Hatte ich das schon erwähnt? Aber die Wanderung ist eigentlich wunderschön, wenn man einmal das richtige Tempo gefunden hat. Überall wachsen farbenfrohe Blumen und Stauden, Bäume, dschungelartige Pflanzen (wir sind leider keine Botaniker, aber laut Reiseführer sind wir an Bromelien, Astromelien, Passions- und Pantoffelblumen vorbeigewandert).
Und hin und wieder biegt der Weg ab, die Sicht auf die Lagune ist kurzzeitig versperrt durch Felsen und plötzlich bewegen wir uns durch schattige Pflanzentunnel – oben, unten, rechts und links umschließt uns eine grüne Wand! Auf über 3.300 Metern ist das für uns Deutsche schon spektakulär.

Flora auf über 3.000 Höhenmetern (Foto: Joe Scarangella)Flora auf über 3.000 Höhenmetern (Foto: Joe Scarangella)
Flora auf über 3.000 Höhenmetern (Foto: Joe Scarangella)

728 Stufen zum El Mirador

Nach 4,5 km erreichten wir den höchsten Punkt des Rundweges auf 3.420 m. Hier gibt es eine Aussichtsplattform namens „El Mirador“ (der Aussichtspunkt, sehr kreativ). Nach den insgesamt 728 Stufen (wir haben sie nicht gezählt, es steht im Reiseführer), die uns zu diesem Aussichtspunkt gebracht hatten, kam uns eine Atempause nicht ungelegen. Dass die Plattform von vorherigen Touristen ziemlich zugemüllt wurde, war wirklich schade.

Danach folgten wir dem Pfad durchs Grüne noch eine Zeit lang, aber irgendwann führte der Weg fort von der Kraterlagune und wir passierten Felder und Kuh-Weiden und kamen schließlich auf einer geteerten Autostraße an. Der folgten wir bis zum unserem Ausgangspunkt, wo wir unser Gepäck gelassen hatten.
Der letzte Teil der Wanderung also nicht so hübsch, dafür haben uns ganze Kuh- und Maultierherden die Straße hinunter begleitet.

Nächste Station mal ganz anders: Die Küste Ecuadors mit Strand, Palmen und einer Menge Abenteuer, nachzulesen auf Station 3 im bald folgenden Artikel auf Prime Elements.

Tags : CuicochaEcuador

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