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Tobi Tritscher: Freerider auf Höhenflug

So einsam wie hier auf dem Flugplatz geht es beim Segelfliegen sonst nur in der Luft zu. © Dominik Steiner

Immer mehr Freeride Pros haben eine Zweitbeschäftigung. Der eine versucht sich in der Gastronomie, der andere steigt im Sommer auf sein MTB und mischt dort ebenfalls in der Weltspitze mit, wie z.B. KC Deane. Wieder andere zieht es in die Luft, beim Fallschirmspringen oder mit dem Flugzeug. Tobi Tritscher ist einer der letzteren Sorte.

Genauer gesagt hat verlor Tobi Tritscher sein Herz an die Segelfliegerei und hat erst kürzlich seinen Segelflugschein gemacht. Was ihn dazu bewegt hat und was er im Cockpit bisher alles erlebt hat – mit allen Höhen und hoffentlich wenig Tiefen – erzählte uns Tobi „Überflieger“ Tritscher im exklusiven Interview.



Hey Tobi! Zu allererst einmal – wie war deine Wintersaison? Gab es irgendwelche Highlights, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Servus miteinander, freut mich außerordentlich mal wieder mit euch zu quatschen, auch wenn es ausnahmsweise nicht für PRIME skiing ist. Meine Saison war cool, trotz schwierigen Schneeverhältnissen hat es wieder mega Spaß gemacht unterwegs zu sein. Highlights waren der Trip nach Tamok in Norwegen mit Norrøna, der Georgien-Trip mit dem Fabi Lentsch und den  Snowmads und außerdem gab es dann doch auch noch den einen oder anderen guten Tag bei uns in den Alpen.

Um dort zu sitzen, muss man gar nicht so tief in die Tasche greifen. Tobi Tritscher verrät, was man für eine Segelfluglizenz zu berappen hat. (Source: Tobi Tritscher)
Um dort zu sitzen, muss man gar nicht so tief in die Tasche greifen. Tobi Tritscher verrät, was man für eine Segelfluglizenz zu berappen hat.          © Tobi Tritscher

Ja, auch die soll es hin wieder noch bei uns geben. Doch jetzt steht erstmal die warme Jahreszeit ins Haus. Wie man hört, hast du dir für den Sommer ein ausgefallenes Ausgleichs-Hobby ausgesucht und bist unter die Segelflieger gegangen. Erzähl doch mal, wie es dazu kam?
Genau das ist richtig, ich habe letzten Sommer bereits den Segelfliegerschein gemacht. Für mich ist das ein Mega-Ausgleich im Sommer und einfach wieder mal eine neue Challenge. Dazu gekommen ist es eigentlich nicht von ungefähr, da ich mich immer schon für die Fliegerei interessiert habe. Da ganz in der Nähe von mir zuhause ein Flugplatz ist, wo ich die Jahre davor auch schon ab und zu mal zu Besuch war, kam das Eine dann schlussendlich zum Anderen und ich musste einfach damit anfangen.

Ich habe eben das Wort „ausgefallen“ benutzt, um dein neues Hobby zu beschreiben. Doch ist es überhaupt so ausgefallen? Herrscht reger Betrieb auf dem Flugplatz?
Also, ob es wirklich so „ausgefallen“ ist, liegt glaube ich im Auge des Betrachters. Natürlich habe ich vor jedem Flug ein besonderes Gefühl, aber das ist einfach die Vorfreude auf das, was ich gleich erleben werde! Generell herrscht auf dem Flugplatz schon reger Betrieb, vor allem wenn das Wetter dementsprechend gut ist, dann kann dort schon einiges los.

Wie viele junge Leute treiben sich denn dort herum? Gibt es genug Nachwuchs, oder ist die Fliegerei doch eher was für die gut betuchte Clientel aka braungebrannte, ältere Herren in Poloshirts und Slippern?
[lacht] Also das Klientel gibt es mit Sicherheit auch, aber es treiben sich großteils normale Leute mit Interesse an der Fliegerei und doch auch einige junge Leute im Hangar herum.

„Außenstehende haben da oft total falsche Vorstellungen, weil Fliegen als exklusives Hobby angesehen wird. Für den Flugschein kann man mit ca. 2000,- Euro für alles zusammen rechnen.“
– Tobi Tritscher –


Allgemein gilt ja, dass die Fliegerei ein sehr kostspieliges Hobby ist. Trifft das auch auf das Segelfliegen zu? Wieviel muss man z.B. für einen Flugschein hinblättern?

Ich würde die Segelfliegerei nicht als so kostspieliges Hobby darstellen, wie man sich das vielleicht vorstellt. Außenstehende haben da oft total falsche Vorstellungen, weil Fliegen als exklusives Hobby angesehen wird. Für den Flugschein kann man mit ca. 2000,- Euro für alles zusammen rechnen. Also komplett leistbar für das, was man dafür bekommt! Dann kommt halt noch der Vereinsbeitrag dazu und die F-Schlepps. Das war es dann eigentlich auch schon.

Formschön auf ganzer Linie: Tobi Tritscher sowie sein Fluggerät. © Dominik Steiner
Ganz Eins mit der dem Segelflugzeug zu sein und dann lautlos über Allem zu schweben – darauf freut sich Tobi Tritscher vor jedem Abheben. ©Dominik Steiner

Echt? Soviel bezahlt man für einen Mototrradführerschein ja auch. Aber zur Sache: F-Schlepps? Erkläre uns Laien doch bitte einmal, was das ist.
F-Schlepps sind Motorflugzeugschleppstarts – schwieriges Wort. Dabei schleppt ein Motorflugzeug ein Segelflugzeug  an einem Schleppseil in die Thermik, wo sich dieses dann ausklinken kann.

Und was kostet ein sogenannter F-Schlepp?
Ungefähr 6,- Euro pro 100 Meter.

Genug über Geld gesprochen. Erzähl lieber mal, wieso du dich eigentlich für das Segelfliegen entschieden hast und nicht, wie der Kollege Sven Kueenle für das motorisierte Flugzeug?
Mit dem Gedanken habe ich natürlich auch gespielt, habe mich dann aber dazu entschieden, erstmal mit dem Segelfliegen anzufangen. Wobei ich letztes Jahr noch die HM Startberechtigung – das heißt die Berechtigung, Maschinen mit Hilfsmotor zu fliegen – gemacht habe und jetzt schaue ich mal, was da noch kommt. Sky’s the limit! [lacht]

An Zukunftsplänen in Sachen Fliegerei mangelt es Tobi offensichtlich nicht. Welche er davon als nächstes in die Tat umsetzen wird und was er schon in seinem ersten Flugjahr abgehaken konnte, erfahrt ihr auf Seite 2 des Interviews. Soviel vorweg – Tobi und sein Freeride-Kollege bei Legs Of Steel, Sven Kueenle, schmieden bereits große Pläne…

Tags : FreerideSegelfliegenSegelflugSven KueenleTobi Tritscher

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