close

Surfen auf Mallorca

Eine Surfschule braucht Wellen

Natürlich sind die Wellen auf Mallorca nicht so konstant wie in Frankreich oder Portugal am Atlantik und sie sind auch etwas kraftloser, aber es gibt mehr Surftage als man denkt. „Ich surfe sicher 130 bis 170 Tage im Jahr“, meint Berni. „Wenn es geht auf meinem Shortboard, im Sommer kommt aber auch oft mein Longboard zum Einsatz. Der letzte Februar war zum Beispiel ein unglaublich guter Monat auf Mallorca: 22 Surftage und fast alle davon gut genug für ein Shortboard.“ Die Hauptsaison für Surfer ist natürlich die kältere Jahreshälfte von Oktober bis April. Wobei Oktober, November und Dezember die absolute Primetime sind. Denn in dieser Zeit ist das Wasser noch warm. Januar, Februar und März fallen da deutlich kälter aus. Und die genauso heißen wie wellenlosen Sommermonate Juli und August sind der Alptraum für alle Shortboarder, wobei das Mittelmeer dann auch immer wieder für eine Überraschung gut ist. Auf einer Insel reicht es aber nicht aus, zur richtigen Zeit da zu sein, du musst nämlich auch an der richtigen Küste sein.

Bernie Ginard weiß, wann wo die besten Wellen brechen. Foto: Laola Surf School
Bernie Ginard weiß, wann wo die besten Wellen brechen. Foto: Laola Surf School

20 Zentimeter sind ein großer Unterschied

„Die Nordküste ist definitiv am konstantesten, vor allem im Sommer“, weiß Berni. „Im Winter laufen auch viele Spots an der Südküste und manchmal auch im Osten. Wenn der Swell einen Meter erreicht, ist es auch nicht schwer einen funktionierenden Spot zu finden. Den besten Spot zu finden, ist dagegen kaum möglich. Hier reihen sich so viele Buchten und Strände aneinander, dass man sie nicht alle checken kann. Richtig schwierig wird es aber erst bei Wellen von nur 80 Zentimetern. Dann kann es nämlich überall flach wie ein See sein bis auf einen einzigen Spot und den heißt es dann zu suchen.“ Mit seinen Schülern ist Berni hauptsächlich in drei Zonen unterwegs: Son Serra de Marina, Cala Ratjada und rund um Palma. Auch nur zwei Kilometer von El Arenal entfernt, bei Can Pastilla, gibt es ziemlich lustige Wellen für Longboarder. Wer es härter will, sollte sich nach Son Serra de Marina aufmachen und den Spot El Bunquer suchen: Ein Pointbreak, der in der ersten Section ein Barrel formt. Allerdings ist der Vibe dort recht unentspannt. Selbst Berni surft dort nur, wenn der Lineup fast leer ist, sonst ist ihm die Stimmung einfach zu aggressiv.

Das Fazit: Was taugt Mallorca als Surfziel?

„Mallorcas Wellen sind eher soft und perfekt für Anfänger oder Surfer, die den Sport noch nicht so lange betreiben. Wer richtig gute, kräftige Wellen sucht, braucht Glück, um auf Mallorca auf seine Kosten zu kommen. Da wäre ein Trip an den Atlantik wahrscheinlich erfolgsversprechender.“ Was aber nicht heißt, dass die Wellen im Mittelmeer nicht auch respekteinflößende Größe erreichen können, wie eine Session vor drei Jahren beweist. Damals brachen an einem Spot in Cala Millor Wellen, die locker doppelt-überkopfhoch und extrem kräftig waren. Berni saß auf einem 6’3“ Shortboard im Lineup. Damals war das sein längstes Board, doch es war zu kurz, um die Brecher zu erwischen – ganz egal, wie schnell Berni auch paddelte. Ihm blieb nicht anderes übrig, als seinen zwei Freunden bei ihren Ritten zuzusehen. Die hatten nämlich von einem Trip nach Puerto Escondido ihre Guns mit nach Mallorca gebracht. „Am nächsten Tag habe ich mir dann sofort ein 7’4“ Gun bestellt“, erzählt Berni. „Gesurft habe ich es aber erst zwei Mal und nie in Wellen von solcher Kraft wie an dem Tag Cala Millor.“

Auf der letzten Seite erfahrt ihr, was eine Doktorarbeit über das Surfen auf Mallorca herausgefunden hat und welche Top 5 ihr euch bei einem Surftrip auf die Insel auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Tags : MallorcaSurfen

Pin It on Pinterest