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South America Goes Outdoor – 9 | Machu Picchu

Station 9, Machu Picchu, Perú:
Ein geheimer Weg zum bekanntesten Berg Südamerikas, ein Ritt zu den Inka-Tempeln, ein Thermalbad unter Sternen und die Begegnung mit einem Bär. Aber halt, wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Wer in den peruanischen Anden unterwegs ist, darf eine Station eigentlich nicht auslassen: den Machu Picchu. Und so machten auch wir uns auf, den berühmtesten Berg Südamerikas zu besuchen. Doch nicht auf dem herkömmlichen Weg.

An den Stränden von Mompiche hatten wir von einer Reisenden eine selbst gezeichnete Karte erhalten, die eine Route abseits der Touristenpfade zeigte. Anstatt mit der überteuerten Touristen-Bimmelbahn zu fahren, wollten wir eine dreitägige Tour über nahe gelegene Dörfer machen und die letzte Wegstrecke in Richtung Machu Picchu wandern.

Ritt zu den Inka-Tempeln

Doch zunächst legten wir einen Stop in Cusco ein, dem Ausgangspunkt auf unserer gezeichneten Karte. Hier blieben wir auch ein paar Tage, denn Cusco hat einiges zu bieten. Nachdem wir die Stadt mit seinen zahlreichen Kolonialbauten und bunten Märkten besichtigt hatten, zog es uns wieder in die Natur. Und so buchten wir eine Tour der etwas anderen Art.

Auf kleinen, zähen Pferden erkundeten wir die umliegenden Inka-Tempel, darunter den Mond- und den Affentempel. Von außen sahen die Inka-Stätten eher aus wie Steinhaufen, doch innen, zwischen hohen Felsen stießen wir immer wieder auf architektonische Rätsel. Zum Beispiel: Wie kommt das metergroße Loch in perfekter Quaderform mitten in den Felsen?

Der geheime Weg zum Machu Picchu

Am Tag darauf folgten wir schließlich den Anweisungen auf unserer improvisierten Karte. Diese führten uns zunächst zu einer Straßenecke, von der aus kleine Busse Richtung Ollantaytambo fuhren. Mit uns im Bus saßen ausschließlich Lokals, für Touristen gab es andere Wege. Doch diese ausgetretenen Pfade wollten wir nicht beschreiten.

Deswegen bestiegen wir in Ollantaytambo auch nicht den zugegeben schnuckeligen, aber auch sehr teuren Zug zum Machu Picchu, sondern folgten weiter unserer geheimen Karte. Wir passierten das Dorf Santa Maria und erreichten Abends den kleinen Ort Santa Teresa. Hier quartierten wir uns ein für die Nacht. Denn in unsere Karte waren hier heiße Thermal-Quellen verzeichnet.

Ein Bad unter Sternen

Zu Fuß machten wir uns abends auf den Weg. Wir folgten einem abgelegenen Fluss und hörten schließlich Stimmen in der Ferne. Minuten später standen wir in einer Schwimmanlage umgeben von wilder Natur. Um uns herum zahlreiche Lokals mit Freunden und Familien. In rauen Steinbecken, teilweise direkt in den Fels gehauen dampfte heißes Wasser direkt aus natürlichen unterirdischen Quellen. Gegen ein geringes Eintrittsgeld hatten wir uneingeschränkt Zugang zu den Thermal-Bädern. Bis spät in die Nacht herrschte fröhliches Geplansche, wir mittendrin, entspannt von dem warmen Wasser, verzaubert von der klaren Luft und den unzähligen Sternen über uns.

Die letzte Etappe

Tags darauf ließen wir uns von einem rostigen Taxi bis zu einem nahe gelegenen Wasserwerk mitten in den Bergen fahren. Dazu sei gesagt, dass wir eine unbefestigte Schotterstraße entlang rasten, ungeachtet der Nadelkurven und dem steilen Abhang links von uns. Mehr als einmal dachten wir, jetzt ist es aus mit uns. Fahrsicherheit wird hier, wie bereits erwähnt, nicht gerade großgeschrieben.

Aber wie durch ein Wunder erreichten wir unversehrt das Wasserwerk. Hier gab es nichts außer ein paar Läden, denn die Schienen des Touristenzugs führten direkt am Wasserwerk vorbei. Von hier aus ging es für uns zu Fuß weiter. Unsere Karte beschrieb einen großen Kreis um den Machu Picchu herum, dem Urubamba-Tal folgend, bis zu der Stadt Aguas Calientes (zu Deutsch: heißes Wasser).

Wir bogen ab von der Straße und folgten einem kleinen steilen Weg in die dschungelartige Vegetation. Die Sonne schien, um uns herum wuchsen Bananen und wir fühlten uns wie die Könige der Welt. Wir folgten den Schienen, die sich am Lauf eines wunderschönen Flusses orientierte. Rechts und links des Urubamba-Tales ragten die charakteristischen Bergformen dieser Gegend in den Himmel, grün bewachsen bis zum Gipfel. Auf unserem Weg begegneten wir kaum jemanden, wir hatten das ganze Tal für uns!

Auf der nächsten Seite begegnen wir einem Bären in freier Wildbahn! Wie wir reagiert haben? Und ob wir schließlich doch den Machu Picchu erreichten? Das liest du auf Seite 2.

Tags : CuscoInkaMachu PicchuThermalbad

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