close

Redbull X-Alps Dominator – Christian Maurer

Bald ist es wieder soweit und beim Redbull X-Alps messen sich die besten internationalen Piloten wie Christian Maurer, um nur mit dem Gleitschirm oder zu Fuß die Alpen von Salzburg bis nach Monaco zu überqueren.

Die Regeln des Redbull X-Alps sind puristisch, quälend und für jedermann leicht verständlich. Es gilt von einem über 1.000 Kilometer entfernten Startpunkt über mehrere Fixpunkte bis nach Monaco zu gelangen. Wäre ja nicht so schwierig, doch zur Fortbewegung darf nur der Paragalidingschirm dienen – oder eben die eigenen Füße. Dabei werden die Athleten lediglich von einem Begleitfahrzeug verfolgt, dass notfalls medizinischen, technischen und psychologischen Support leistet. Wir haben den viermaligen Champion Christian Maurer über diesen einzigartigen Wettkampf befragt. Alles zu dem einzigartigen Wettkampf findet ihr auf der Redbull Webseite

Hi Christian . Erzähle uns doch zu Beginn, was generell die größte Herausforderung beim Redbull X-Alps ist?

Christian Maurer of Switzerland preparing to take off at turnpoint one of the Red Bull X-Alps 2015, Gaisberg, Salzburg, Austria on July 5 2015. // Sebastian Marko/Red Bull Content Pool // P-20150705-00387 // Usage for editorial use only // Please go to www.redbullcontentpool.com for further information. //
Kurz vor dem Start wird nochmal die Ausrüstung gecheckt © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Ziel ist es, nur zu Fuss oder mit dem Gleitschirm fliegend von Salzburg bis nach Monaco zu kommen, um dann im Mittelmeer baden zu gehen. Dazu ist ein Zusammenspiel der Sportarten Ausdauer-Laufsport, Gleitschirmfliegen, Teamwork und taktischem „Pokern“ wichtig. Schlussendlich ist es für mich die Herausforderung, täglich zur richtigen Zeit am richtigen Ort fliegen zu können!

Wie ist der Contest generell als einer der Teilnehmer? Ihr seht euch am Start und dann über mehrerer Tage nicht, bis man sich wieder in Monaco trifft – zumindest die, die es über die Alpen geschafft haben. Kommt da überhaupt ein Feeling für den Wettkampf auf? Oder sind Uhr, Thermik und topographische Karten die Gegner, die es beim Redbull X-Alps zu schlagen gilt?

Für mich war es steht`s ein optimieren meiner Entscheidungen und Bewegungen- egal was die anderen machen. Der Wettkampf ist zu lang und zu individuell, um die Konkurrenz zu kontrollieren…

Chrigel Maurer of Switzerland arrives in Peille at the Red Bull X-Alps, France on July 13 2015. // Sebastian Marko/Red Bull Content Pool // P-20150728-00495 // Usage for editorial use only // Please go to www.redbullcontentpool.com for further information. //
„Chrigel“ Maurer beißt sich in Peille zum Etappenziel © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Neben dem Redbull X-Alps hast du mehr oder weniger alles gewonnen, was es an Contests gibt – 4 Red Bull X-Alps Siege, 3x Weltmeister-, Europameister-, 5x CH-Meister-Titel. Zudem hältst du immer noch diverse Rekorde. Gibt es dennoch etwas, was du im Gleitschirmfliegen noch erreichen willst?

Man wird älter und somit sind auch die sportlichen Ziele rarer. Der FAI Weltmeistertitel wäre noch offen, aber grundsätzlich freue ich mich einfach fliegen zu dürfen und mich bei Wettbewerben mit anderen zu messen zu können.

Chrigl Maurer of Switzerland performs at the Red Bull X-Alps, Cluses, France on July 11 2015 // Sebastian Marko/Red Bull Content Pool // P-20150712-00705 // Usage for editorial use only // Please go to www.redbullcontentpool.com for further information. //
Sundown und somit bald Dienstende über dem französischen Cluses. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Du bist auch Testpilot… das hört sich für jeden, der mit Gleitschirmfliegen nicht so viel am Hut hat, nach einer äußerst riskanten Tätigkeit an. Wie können wir uns das vorstellen?

Früher habe ich intensiv Gleitschirme getestet. Von außen gesehen mag das schon wild aussehen, vor allem die Manöver-Tests. Die wichtigste Testarbeit ist jedoch herauszuspüren, wie der Prototyp generell beim Fliegen funktioniert und dabei sind die Extremflugmanöver nur ein kleiner Teil davon. Dann ist es wie bei allen Tätigkeiten, erst macht man eine Lehre, dann kann man einen Schritt weiter gehen usw. Und ich versuche immer nur das zu machen, wobei ich mich wohl fühle und auf was ich Lust verspüre – nur so kann ich es auch möglichst sicher machen!

wenn die Nacht hereinbricht werden Karten studiert, um die effektivste Route für den nächsten Tag herauszuarbeiten © Vitek Ludvik/Red Bull Content Pool
wenn die Nacht hereinbricht werden Karten studiert, um die effektivste Route für den nächsten Tag herauszuarbeiten © Vitek Ludvik/Red Bull Content Pool

Apropos Gefahr – hattest du schon mal brenzlige Situationen in der Luft? Wie bei vielen Bergsportarten lässt sich das Restrisiko zwar sehr weit drücken, aber gänzlich ausschalten lässt es sich dennoch nicht.

Ja, mir war schon vom ersten Flug an immer bewusst, dass man sich sehr weh tun kann, wenn der Schirm mal nicht mehr fliegen sollte! Klar habe ich aus heutiger Sicht in jungen Jahren viel (zu viel) riskiert, aber daraus auch viel gelernt! Jetzt fliege ich seit 18 Jahren bis zu 500 Flüge pro Jahr und hatte lediglich vor zwei Jahren eine harte Landung und brach mir das Bein. So sehe ich das Paragliden für mich als verantwortbaren Sport und möchte auch genauso so weiterfliegen!

Chrigl Maurer of Switzerland checks conditions at the Col de la Bonette at the Red Bull X-Alps, France on July 13 2015. // Sebastian Marko/Red Bull Content Pool // P-20150713-01223 // Usage for editorial use only // Please go to www.redbullcontentpool.com for further information. //
Ob ihr heute richtig steht, zeigt euch wohin das Gröslein weht. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Wie bist du überhaupt zum Gleitschirmfliegen gekommen? Ist ja kein günstiges Unterfangen oder?

Wer auf Hawaii lebt, steht irgendwann wahrscheinlich auf dem Surfbrett. Was im Pazifik die Surfer sind, kommt in Adelboden als Gleitschirmflieger daher – wie mein Vater und ein Onkel von mir. Ich wollte in deren Fußststapfen treten und darum finanzierte mir mein Vater die Ausbildung und meine erste Ausrüstung vor. Danach habe ich mich mit Occ. weitere Erfahrung sammeln können, bevor ich von ADVANCE ins Wettkampf Team aufgenommen wurde!

Christian Maurer im Landeanflug auf das Fürstentum. Uneinholbar kann man da seine Unterschrift in den monegassischen Himmel setzen. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool
Christian Maurer im Landeanflug auf das Fürstentum. Uneinholbar kann man da seine Unterschrift in den monegassischen Himmel setzen. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Welchen Tip gibst du Leuten, die gerne in diesen Sport reinschnuppern wollen?

Heute bieten die meisten Flugschulen wirklich gute Schnupperkurse an, da merkt man schon am ersten Tag, ob man das weiter machen möchte oder nicht. Und es ist wie bei vielen anderen extremeren Tätigkeiten – entscheidet euch nur dafür, wenn ihr es wirklich wollt und auch genügend Zeit dafür einplanen könnt!

Christian Maurer (SUI1) celebrating on the Float in Monaco during the Red Bull X-Alps, Monaco on July 13th 2015 // Harald Tauderer/Red Bull Content Pool // P-20150714-00365 // Usage for editorial use only // Please go to www.redbullcontentpool.com for further information. //
Im Ziel und den vierten Sieg beim X-Alpes in der Tasche. © Harald Tauderer/Red Bull Content Pool

Was bedeutet für die generell Gleitschirm zu fliegen?

Beim Fliegen fühle ich mich freier als am Boden, habe mehr Möglichkeiten und muss mich nicht mit Alltagsproblemen herumärgern. Zudem kann ich mich weiterentwickeln, verbessern und eine Art „Pionier Feeling“ erleben, wenn man sich an etwas Neuem probiert, an was sich vorher noch niemand gewagt hat.

 

 

Tags : AlpenüberquerungChristian MaurerMonacoRedbull X-AlpsSalzburg

Pin It on Pinterest