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South America Goes Outdoor – 7 | Máncora

Station 7: Peru, Máncora
Finsterer Grenzübergang, Surferparadies, Touristen-Feeling und riesige Meeresschildkröten. Aber halt – wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Wieder einmal ließen wir die Berge hinter uns, und machten uns auf in Richtung des nahe gelegenen Perú. Das Land der Mystik, der Inkas, der Kontraste. Doch zunächst mussten wir über die Grenze. Das war schwieriger als gedacht. Zwischen Ecuador und Peru gibt es nämlich einen breiten Streifen Niemandsland, in dessen Mitte wie eine einsame Insel die Grenzstation steht.

In diesem Gebiet soll es angeblich sehr gefährlich sein, so informierte uns zumindest der Taxifahrer, der uns überredet hatte, mit ihm, anstatt mit dem Bus den Grenzübertritt zu wagen. Als uns ein Polizist in Uniform bestätigt hatte, dass uns der Taxifahrer nicht übers Ohr hauen wollte, sind wir schließlich eingestiegen. Nicht die beste Idee des Tages.

Hier ging die Reise los - mit dem Taxi nach Perú
Hier ging die Reise los – mit dem Taxi nach Perú

Finsterer Grenzübergang

Unser Ziel war das sonnige Máncora im Norden Perús, der beste Surfspot des Landes, ein Mekka des Surfer-Feelings. Entsprechend leichtherzig waren wir unterwegs. So erwischte uns der Grenzübergang kalt. Wir hatten uns dem Taxifahrer anvertraut und starteten unsere Reise in der Abenddämmerung. Während wir Kilometer um Kilometer tiefer in das seltsam ausgestorbene Niemandsland fuhren, wurde es Nacht. Die ganze Atmosphäre war seltsam, unheimlich, angespannt.

Nachdem wir uns an der Grenzstation die Stempel abgeholt hatten, unternahm der Taxifahrer intensivste Versuche, uns noch die restlichen 2,5 Stunden bis nach Máncora zu fahren. Er erzählte uns von gefährlichen Busfahrten und Malaria, die wir uns beim Umsteigen zuziehen würden. Ganz nach dem Motte: Wenn wir bis Máncora überleben wollten, wäre sein Taxi die einzige Chance.

Nachts an der Grenze zu Peru
Nachts an der Grenze zu Peru

Übers Ohr gehauen

Wir überlegten lange. Es war offensichtlich, dass uns dieser Mann möglichst viel Geld aus der Tasche ziehen wollte. Seine Argumente erschienen zuweilen fast schon lächerlich. Allerdings war es mitten in der Nacht und ob zu der Zeit noch Busse fahren würden, wussten wir nicht. Wir wollten aber unbedingt am nächsten Morgen dort sein, denn meine Freundin sollte ihren anstehenden Geburtstag mit ihrer Lieblingsbeschäftigung verbringen – dem Surfen! So entschieden wir uns schließlich für den dubiosen Taxifahrer.

Spät in der Nacht hatte er uns auch sicher an einem Hostel in Máncora abgesetzt, doch unsere Geldbeutel waren um einiges leichter. Und am nächsten Tag erfuhren wir von den Locals, dass man in den Bussen als Weißer zwar auch draufzahlen muss, trotzdem wären wir vermutlich sehr viel günstiger und auch sicher weggekommen. Wir waren also doch, trotz aller Vorsicht, übers Ohr gehauen worden.

Máncora, das Surfer-Paradies

Alles nicht so schlimm, wir waren angekommen! Die seltsame Grenzstimmung war schnell vergessen, den vor uns erhob sich die Sonne über Palmen und Meer, die ersten Surfer waren schon in den Wellen und junges, internationales Volk füllte die Promenaden. Máncora entpuppte sich tatsächlich als das versprochene Surfer-Paradies!

Sofort wurden Bretter geliehen und ab ging es in die Wellen. Leider hatten etwa hundert andere Leute das gleiche im Sinn. Und so war jede Welle hart umkämpft von ganzen Surfer-Trauben. Máncora schien nicht nur der schönste, sondern auch der einzige Surfspot Perús zu sein! Schnell wurde uns das Gerangel um die Wellen zu blöd und wir kamen zurück an den Strand.

Angefüttert

Beim Abendessen in einem lauschigen Lokal lernten wir einen netten Argentinier, der uns von seinen Erlebnissen in Máncora berichtete. Hätten wir ihn nicht getroffen, hätten wir vermutlich am nächsten Tag unsere Sache gepackt und wären weitergezogen. Doch was er uns erzählte, fesselte uns dermaßen, dass wir tags darauf gleich aufbrachen, um es ihm gleich zu tun. Und zwar hatte er über eine Bekannte einen Strand entdeckt, an dem sich riesige Meeresschildkröten tummelten. In türkisfarbenen Wasser sei er mit ihnen geschwommen und getaucht. Das klang wie aus einem Film. Nichts wie hin da!

Am nächsten Morgen hatten wir uns mit einem Taxi zu besagtem Strand fahren lassen. Uns umgab eine trostlose Wüstenlandschaft, überall Sand und Staub. Durch ein verlassenes Dorf aus Wellblechhütten kamen wir schließlich an einen langen Steg. Mehrere Leute hatten sich dort schon versammelt und einige Locals machten sich an Booten zu schaffen.

Auf dem Steg beobachten wir zunächst das Geschehen
Auf dem Steg beobachten wir zunächst das Geschehen

Wir – vorsichtig geworden – beobachteten zunächst, wie das hier ablief. Die Boote waren offensichtlich für Touris, um sie zu den Schildkröten zu bringen. Nach und nach füllten sich die Boote und legten ab, doch alle blieben in unmittelbarer Nähe des Steges. Ein Steuermann öffnete eine Kiste und warf Fleischstückchen ins Wasser – die Schildkröten wurden angefüttert! Anscheinend handelte es sich dabei um ein lange einstudiertes Ritual. Denn wie bestellt tauchten plötzlich riesige dunkle Schatten unter der Wasseroberfläche auf.

Wie es weiter geht, erfahrt ihr auf Seite 2!

Tags : MancoraPeruSchildkrötenSurfen

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