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South America goes Outdoor – 3 | Mompiche

Sonnenuntergang in der Bucht von Mompiche (Foto: Steve Ogle)

Station 3, Ecuador, Mompiche:
Eine Vergiftung, wilde Strände, schwarzer Sand und leuchtende Noctilucas im Meer. Aber halt! Wie bin ich hierhin gekommen?

Mit der besten Freundin auf Entdeckungsreise in Südamerika – ein Traum, den wir uns im Sommer 2014 erfüllten. Gemeinsam bereisten wir Ecuador, Peru, Bolivien und Chile in weniger als drei Monaten. Und als Naturliebhaber kamen wir natürlich nicht umhin, das üppige Outdoor-Angebot wahrzunehmen. Auf unserer Reise kannst du uns zu insgesamt 12 Stationen begleiten!

Zweimal Wanderung in den Bergen Ecuadors – wunderschön, aber wir brauchten Abwechslung. Und Ecuador hat so viel Unterschiedliches zu bieten! Also rein in den nächsten Bus und ab Richtung Küste! Wir hatten von einem traumhaften Strandörtchen namens Mompiche gehört, der Surfabendteuer und Karibik-Feeling versprach. Blöderweise hatte ich an einem der Busbahnhöfe etwas gegessen – absolut nicht empfehlenswert. Nach einem Stopp im Krankenhaus in Esmeraldas erfuhr ich, dass ich mir wohl den Magen vergiftet hatte. Antibiotika. Super. Aber hey, alle Erfahrungen mitnehmen.

Wir beschlossen, uns von solchen Lappalien nicht abhalten zu lassen und fuhren weiter bis nach Mompiche. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, quatschte uns ein netter Junge an, ob wir denn schon ein Hostel hätten, er könnte uns ein gutes zeigen. Und so kamen wir im „Picero“ (= Blaufußtölpel) unter mit dem freundlichsten aller Hostelbesitzer! Direkt am Strand gelegen, mit Küche im Sand und Bananenstauden über den Köpfen hatten wir für kleines Geld die perfekte Unterkunft gefunden.

Hippie-Flow in Mompiche

Nur ging es mir leider zusehends schlechter und die Wellen waren auch nicht gut. Also erst mal nichts mit Surfen. Dafür kamen wir in den Genuss des einzigartigen Flows von Mompiche. An jeder Ecke saßen entspannte Hippies beim Armbänderknüpfen, frische Säfte aus den Früchten direkt vom Baum wurden angeboten, eine Gruppe Jungs spielte Fußball am Strand. Überall wo wir hin kamen, wurden wir sofort in Gespräche verwickelt, machten viele neue Freunde, verabredeten uns zum Kochen oder für Ausflüge. Es war, als wäre ein lang vergessener Hippie-Traum wahr geworden.

Wilde Strände in Portete

Mit einem Argentinier aus unserem Hostel machten wir uns, sobald es mir etwas besser ging, auf zu einem wilden unberührten Strand in Portete, von dem wir gehört hatten. Dazu mussten wir allerdings ein zwei Stunden zu Fuß gehen (in meinem Zustand eine Herausforderung). Schließlich erreichten wir einen Meeresarm, den wir zu überqueren hatten, um an die wilden Strände zu gelangen. Natürlich verlangten die Leute mit den Booten viel zu hohe Preise fürs Übersetzen, aber wir sind ja Weiße, wir haben das Geld.

Wir wurden belohnt mit kilometerlangen weißen Stränden gesäumt von Kokospalmen, Scharen von Krebsen, die vor uns davon huschten, einem traumhaften Sonnenuntergang im Meer. Da war sogar ein Mann mit einer Machete, der uns für einen Dollar eine frische Kokosnuss vom Baum schlug und sie uns geöffnet mit Strohhalmen servierte. Herrlich!

Portete: Leere Strände bis zum Horizont gesäumt von Kokospalmen (Foto: Estefanía Cuevas Wilcox)
Portete: Leere Strände bis zum Horizont gesäumt von Kokospalmen (Foto: Estefanía Cuevas Wilcox)

Der schwarze Strand

Das zweite Highlight unserer Woche in Mompiche war der „Playa Negra“, der schwarze Strand. Mit ein paar Jungs aus Mompiche und ein paar anderen Touris machten wir uns auf den Weg zu diesem etwas versteckten Strand. Wir hatten ja davon gehört, glauben konnten wir es aber erst, als wir unsere Zehen in den wirklich tiefschwarzen Sand gruben!

Alle waren sofort in den Wellen, und zum Surfen wären sie auch wirklich fantastisch gewesen, doch mein physisches Befinden erlaubte mir maximal, eine Viertelstunde in den Wellen zu planschen. Auch die anderen kamen bald zum Trocknen raus. Und um sich vor der Sonne zu schützen, rieben sich alle von oben bis unten mit dem schwarzen Sand ein. Und plötzlich wuselten schwarze Gestalten ausgelassen über den Strand! Ein sehr empfehlenswerter Tagestrip. Aber nächstes Mal mit Board!

Playa Negra - der schwarze Strand (Foto: José Tomás Schmidt)
Playa Negra – der schwarze Strand (Foto: José Tomás Schmidt)

Nachts im Meer – Noctilucas

Der letzte Abend war wie so oft der beste. In den wenigen Tagen waren wir inzwischen schon zu einer eingeschworenen Gruppe von Freunden aus aller Welt geworden. Und wieder einmal folgten wir dem Geheimtipp eines Locals. Sobald die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf in Richtung Strand und wateten in die Wellen. Und uns wurde nicht zu viel versprochen. Nach einigen Metern bemerkten wir ein grünliches Glühen um uns herum. Je mehr Wasser wir in Bewegung setzten, desto stärker wurde das Glitzern. Wir befanden uns mitten in einem riesigen Schwarm von phosphoreszierendem Plankton!

Wir verbrachten Stunden damit, unsere Hände fasziniert durch das Wasser zu ziehen, das Aufglühen zu beobachten, die unzähligen winzigen Leuchtpunkte um uns herum zu verfolgen. Es war wahrhaftig wie in einem Traum – mit guten Freunden in einer karibisch angehauchten Bucht in sternenklarer Nacht im Meer, umgeben von Gefunkel und Geglitzer. Eine Nacht, die ich nie vergessen werde!

Funkelnde Noctilucas. Das Bild ist leider nicht selbstgemacht, beschreibt aber die Stimmung ziemlich gut
Funkelnde Noctilucas – das Bild ist leider nicht selbstgemacht, beschreibt die Stimmung aber ziemlich gut

Nach einer Woche hatte ich mich schließlich auskuriert und wir konnten weiter reisen. Auch, wenn wir das eigentlich gar nicht wollten. Mompiche fühlte sich wirklich an, wie ein Ort zum Bleiben, obwohl der eigentliche Plan des Surfens nicht aufgegangen war. Doch wir mussten einen Freund vom Flughafen abholen, der uns für die nächsten vier Wochen durch Südamerika begleiten würde.

Was wir alles zusammen erlebt haben, gibt’s bald nachzulesen in Station 4. Da geht es dann in die Tiefen des ecuadorianischen Dschungels!

Tags : EcuadorMompiche

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