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Mit dem Wingsuit durch den Feuerring

Er hat es wieder getan. Uli Emanuele hat nach seinem Wingsuit-Flug durch das Felsentor in Lauterbrunn vor einem Jahr erneut einen viralen Supergau ausgelöst. Dieses Mal segelte der Italiener durch einen brennenden Feuerring – Johnny Cash läßt grüßen

Der Feuerring

Im Gegensatz zu drei Jahren Vorbereitungszeit für den letztjährigen Sprung in Lauterbrunn, schien dieser hier mit nur drei Monaten Planung geradezu ein luftiger Spaziergang zu werden. Es musste lediglich Anfang Mai eine große Gaskartusche und eine massive Metallkonstruktion auf einem Felsvorsprung in den italienischen Alpen positioniert werden, die den Feuerring ausspucken sollte. Ok… ohne Helikopter mussten hier Ulis Freunde als Packesel herhalten, um das gesamte Material auf den Berg zu tragen, was sicher für etwas Muskelkater gesorgt haben dürfte, aber die Realisierung dieser „heißen“ Idee nicht wirklich gefährden hätte können.

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Tatsächlich war es der Sprung an sich, der  – abgesehen vom den logistischen Aufwand – deutlich kniffliger zu lösen war, als noch der Flug durch die Felsspalte im Berner Oberland vor einem Jahr. „Der Flug durch den Feuerring war so viel schwieriger zu realisieren, auch wenn sein Durchmesser deutlich größer war, als das Loch im Fels von Lauterbrunn. Dort hatte ich 2,6 Meter Platz – jetzt sogar 3,5 Meter. Doch im Vergleich zum massiven Felsen um meinen letztjährigen Spot herum, war der dünne Metallring vor dem Berghintergrund kaum mehr auszumachen. Stellt euch doch einfach vor, ihr rast mit 300 km/h über die Landstrasse durch den Wald und sollt euch dabei an einem Laternenpfahl orientieren, der in weiter Ferne nur schemenhaft zu erkennen ist. Schwierig! Auch das Feuer war da keine große Unterstützung, da die Flamme tagsüber bei meinen hohen Geschwindigkeiten kaum sichtbar war. Im Dunkeln hätte sie den Kontrast zwischen Metallring und Hintergrund etwas erhöht, dann hätte ich aber eben den ganzen Flug vorher eine „ungenügende“ Orientierung gehabt.“ Das leuchtet doch jedem von uns ein, was Uli so von ich gibt.

Der Extremsportler

Für uns normalsterbliche Menschen werden solche Wingsuit-Flüge niemals komplett zu verstehen sein, auch wenn wir als Outdoor-Spezies genau wissen, wie lange und hart Extremsportler wie Uli für ihre Vorhaben trainieren. In vielen Medien werden sie dann gerne als „verrückte Adrenalin-Junkies“ bezeichnet, nur weil sich Sicherheits-Bewusstsein und Extremsport für Massenmedien und deren Konsumenten nur schwer in Einklang bringen lassen. Doch jeder Basejumper oder Wingsuit-Flieger wird sein Bestes geben, um das verbleibende Risiko soweit wie möglich herabzusetzen, um auch am nächsten Tag seiner Leidenschaft von Felsen zu Springen nachgehen zu können. Einzig und alleine die Tatsache, dass die Konsequenzen bei einer Fehleinschätzung zumeist tödlich sind, unterscheidet diesen Sport von vielen anderen Outdoor-Sportarten. Genug gerechtfertigt… Schauen wir uns lieber noch einmal den Flug durch das Felsentor in Lauterbrunn an.

 

Tags : Uli Emanuele

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