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Kelly Slater Wave Pool – All the facts

Anfang Mai wurde uns der erse Edit vom Kelly Slater Wave Pool vor den Latz geknallt, der uns noch lange in den Hirnwindungen herumgeisten wird. Mit seiner Wave Company hat er seinen eigene künstliche Welle gebaut und präsentierte uns jetzt die ersten Bilder.

Seitdem herrscht absolute Funkstille. Von Kelly selbst oder von der Kelly Slater Wave Company wird auf keinerlei Anfragen zu der Funktion der Welle oder über weitere geplante Wave Pools reagiert, also haben wir versucht, auf eigene Faust ein paar der offenen Fragen zu beantworten.

Worum geht’s genau?

Um nichts Geringeres als die beste künstliche Welle, die je von Menschenhand geschaffen wurde. Wer sie wirklich noch nicht gesehen hat… schaut doch mal kurz in diesen viralen Überflieger rein!

 Wo genau liegt Kelly Slater´s Wave Pool?

Tatsächlich hat es nach der Veröffentlichung des Videos nur circa 18 Stunden gedauert, bis die genaue Lage der Welle bekannt war. Und das, nachdem jahrelang nicht das kleinste Handyfoto oder Gerücht über Kellys Testcenter bekannt geworden war. Selbst zu dem Pool zu fahren, ist übrigens sinnlos. Dort gibt es nur Wellen, wenn Kelly surft, und selbst dann ist die Sicht auf den Pool durch einen hohen Bretterzaun versperrt.

Wie gut ist diese Welle wirklich?

Kellys erster Ritt in dem Video dauert beinahe eine ganze Minute, fast die Hälfte der Zeit verbringt er in der Tube, und es wird geschätzt, dass er dabei eine Strecke zwischen 400 und 500 Metern zurücklegt. Klar, es gibt bessere Wellen auf der Welt, aber nicht sehr viele und die funktionieren nicht auf Knopfdruck.

Kelly Slater kann kaum glauben was er sieht, als sich seine Kreation zum ersten Mal aus dem See erhebt.
Kelly Slater kann kaum glauben, was er sieht, als sich seine Kreation zum ersten Mal aus dem See erhebt

Warum ist das Wasser tiefbraun?

Der etwa einen Kilometer lange und 75 Meter breite See oder besser das Becken diente früher als Wasserskipool. Schon damals war das Wasser braun. Der Grund ist die Quelle, die aus Erdschichten gespeist wird, in denen sich auch die Reste uralter und tief unter der Erde begrabener Redwood-Wälder befinden. Diese versunkenen Hölzer färben das Wasser braun und machen es durch die alten Holzöle auch „glitschig“, wie ehemalige Wasserskiläufer des Sees berichten.

Könnte ich diese Welle auch surfen?

Eine interessante Frage. Außer Frage steht, dass Kelly diese Welle surfen kann, aber welche Welle kann Kelly auch nicht surfen. Einer, der sich seit etlichen Jahren mit künstlichen Wellen beschäftigt und der auch seine eigene Wavepooltechnik entwickelt, ist der Australier Greg Webber. Er meinte, nachdem er Kellys Video sah: „Es wäre interessant, einen durchschnittlichen Surfer bei seinen Versuchen mit dieser Tube zu sehen. Das ist nämlich eine wirklich technisch anspruchsvolle Welle und keinesfalls eine idiotensichere Tube. Selbst für Kelly, der in dem Video natürlich grandios surft, gab es ein paar herausfordernde Sections.“

Wie funktioniert Kellys Welle?

Kannst du, was Kelly kann oder würde dich die Lip auf eine Reise ins tiefbrauen Wasser schicken.
Kannst du, was Kelly kann, oder würde dich die Lip auf eine Reise ins tiefbrauen Wasser schicken?

Kelly selbst hat bisher nichts über die Technik des Wavepools verraten. Allerdings meint Tom Lochtefeld, der Mann, der mit seiner Firma Wave Loch den Flowrider erfunden hat, dass er die Technik kennt. Ja, Tom sagt sogar, dass er sich 2006, also schon vor zehn Jahren, an der gleichen Technik versucht hat. Er hatte zwar damals kein 1000 Meter langes Becken zur Verfügung, sondern nur einen 50-Meter-Pool, und seine künstliche Welle war auch nicht kopfhoch, sondern maximal hüfthoch. Aber die Form der Welle entsprach genau der von Kellys Welle – eben nur in einem kleineren Maßstab. Tom nannte die Technik damals „Flying Reef“. Im Prinzip handelte es sich dabei um eine Art Schlitten, der auf Schienen neben dem Pool auf- und abfahren konnte. Und um einen Arm aus Metallgestänge, der eine Art Pflug oder Keil am Grund des Pools durch das Wasser zog. Fuhr der Schlitten am Pool entlang, erzeugte der Keil unter Wasser eine kleine, aber perfekte Tube.

Warum gibt es den Kelly Slater Wave Pool erst jetzt, wenn die Technik schon zehn Jahre alt ist?

Tom Lochtefelds Testpool 2006.
Tom Lochtefelds Testpool 2006.

Weil Tom Lochtefeld sein „Flying Reef“-Konzept vor etwa vier Jahren wieder verworfen hat. Gründe gab es dafür einige. Etwa dass er es lediglich schaffte, alle vier Minuten eine Welle zu produzieren, dass es viele Bauteile unter Wasser gab, die schwer zu warten sind, dass es nicht möglich war, die Welle für Anfänger oder Könner zu verändern… Ob Kelly all diese Probleme gelöst hat? Wer weiß…

Was bringt die Zukunft?

Tja, wenn wir das mal wüssten. Sicher plant Kelly einen Wavepool zu eröffnen. Wann das aber der Fall sein wird (oder ob überhaupt) kann niemand sagen. Neuigkeiten in Sachen Wavepools wird es aber wohl bald geben. Denn Tom Lochtefeld hat anscheinend einen Weg gefunden, die Wellenfrequenz in einem Pool drastisch zu erhöhen (angeblich eine Welle alle sieben Sekunden). Die Eröffnung des ersten solchen Pools ist auch schon für 2016 in Rotterdam geplant. Um die Wellen zu erzeugen, setzt Tom jetzt auch nicht mehr auf bewegliche Bauteile im Wasser, sondern auf eine Art Energieimpuls.

Tags : Kelly SlaterWave Pool

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