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Island – Hart aber herzlich

Wenn wir Alpenkinder an Snowboarden denken, träumen wir von tiefem Pulverschnee, verschneiten Bergpanoramen, Hightech-Liftanlagen, perfekt präparierten Pisten und frisch geshapten Snowparks. Wir denken an tiefblauen Himmel und Sonnencreme oder an Abfahrten durch märchenhaft verschneite Wälder. Wir sparen unser Geld auf Tages- und Saisonkarten hin und uns graut vor den Wucherpreisen auf den Berghütten und vor langen Liftschlangen. Wer im Winter in Richtung Island zum Snowboarden aufbrechen möchte, wird feststellen, dass Snowboarden nicht gleich Snowboarden ist. Ein Erfahrungsbericht aus der rauen Dunkelheit des isländischen Winters mit wärmender Herzlichkeit.

Cyril: "Ethan Morgan zimmerte an diesem Spot einen gewaltigen Fs 540° in die sehr flache Landung des Gaps. Natürlich liebe ich als Fotograf Gaps in der Stadt, da sie auf dem Foto fast genauso verrückt aussehen wie sie in Wirklichkeit sind."
Cyril: „Ethan Morgan zimmerte an diesem Spot einen gewaltigen Fs 540° in die sehr flache Landung des Gaps. Natürlich liebe ich als Fotograf Gaps in der Stadt, da sie auf dem Foto fast genauso verrückt aussehen wie sie in Wirklichkeit sind.“

Wer einen Snowboard-Trip nach Island planen möchte, wird auch dort eine Handvoll Schlepplifte vorfinden. Aber die Chancen auf blauen Himmel, Sonnenschein und weichen Schnee stehen schlecht. Und zum Schutze des Gesichtes sollte man lieber eine Gesichtsmaske als Sonnencreme einpacken, denn es herrscht klirrende Kälte und fiese, teils waagrecht fliegende Geschosse aus Regen, Graupel oder Schnee, die der scharfe Wind über das Eiland fegt, können einem übel zusetzen. Von einem Moment zum anderen kann es passieren, dass weite Teile des Landes unter einem Blitzeis-Panzer begraben werden und man ohne Allradantrieb und aufgezogene Ketten verloren ist. Spärliches Tageslicht vervollständigt die rohen Naturgewalten und wirft die Frage auf, wie sich in dieser menschenfeindlichen Umgebung überhaupt eine Zivilisation entfalten konnte.

Cyril: "Toros, hier auf dem Bild, und Gunshow sind der harte Kern der Reykjaviker Snowboard-Crew Barf Bags. Die Jungs kennen keine Gnade und leben den Augenblick als gäbe es kein Morgen. Trotz dieses exzessiven Lebensstils sind sie die hilfsbereitesten Menschen, die man sich nur vorstellen kann."
Cyril: „Toros, hier auf dem Bild, und Gunshow sind der harte Kern der Reykjaviker Snowboard-Crew Barf Bags. Die Jungs kennen keine Gnade und leben den Augenblick als gäbe es kein Morgen. Trotz dieses exzessiven Lebensstils sind sie die hilfsbereitesten Menschen, die man sich nur vorstellen kann.“

In Island bestimmt das Wetter das Leben der Menschen. Absolut unberechenbares Inselwetter kann vor allem während der Wintermonate lebensbedrohend sein, wenn sich ein Ortsunkundiger auf dem falschen Fuß erwischen lässt. Dass ein Schneesturm ohne Vorankündigung aus dem Nichts auftaucht ist alltäglich, und selbiger legt nicht selten die komplette Verkehrsinfrastruktur lahm. Nicht selten rät der Nachrichtensprecher im Fernsehen dazu, die Häuser am besten überhaupt nicht mehr zu verlassen. Dass sich dieses Klima auf die Einheimischen auswirkt, liegt auf der Hand. Der Isländer wirkt rau und sein Gemüt scheint vom gnadenlosen und nicht enden wollenden Winter geformt zu sein. Doch sobald sich der kurze Sommer ankündigt, erwachen nicht nur Flora und Fauna, sondern auch die Inselbewohner. Es wird gefeiert und das Leben in vollen Zügen zelebriert, um Energie, Sonne und Freiheit für den sich schon wieder nähernden nächsten strengen Winter zu tanken.

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Tags : Island

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