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Freeski Road Trip von Vancouver nach Haines

Tag neun

Unser nächstes Ziel ist Skeena Cat­ Skiing tief in den Babine Mountains. Jevon Zyp, der unangefochtene Herr­scher dieses Redneck-Königreichs, begrüßt uns in einem abgefuckten Zelt, in dem uns der Geruch von Diesel und Moonshine-Schnaps empfängt – eine kraftvolle Mischung. Wir sind die einzigen Menschen im Um­kreis vieler Meilen. Wenn es in B.C. überhaupt Schnee gibt, haben wir in den hiesigen Bowls die besten Chancen, ihn aufzuspüren. Keine Regeln, keine Menschen, nur wir, die Snowcats, Sleds, Hunde, Lagerfeuer, Schnaps und Feuerwerk – ein Pa­­ra­dies. Als barmherziger König präsentiert uns Jevon seine besten Spots und wir plündern dankbar die unberührten Hänge. Vormittags zerfetzen wir die kleinen Spines und am Nachmittag setzen wir Turns in die offeneren Hänge oder schmeißen uns über Natural Hits. Endlich haben wir das gefunden, was wir uns auf diesem heiligen ­Powder-Highway erträumt hatten! Unser Gejohle hallt durch die Berge. Die Jungs von Skeena ziehen uns immer wieder mit ihren Sleds auf den Gipfel, bis wir nicht mehr können. Jevon mosert nicht einmal, als ich seinen Motorschlitten in eine Wechte crashe – ein echter Gentleman. Am Abend feiern wir den Tag an einem ge­wal­ti­gen Lagerfeuer, das Willes Schnurrbart versengt. Unser Feuerwerk zerreißt die winterliche Dunkelheit.

2015 Kieler Woche,
Die steilen Kines In Alaska sind genau nach Sam´s Geschmack

Tag zwölf

Es gibt kaum bessere Wege, jeman­den wirklich kennenzulernen, als eine lange Autofahrt. Wille, Jérémie und ich verbindet das Skifahren. Dennoch sind wir uns nicht in allen Dingen einig. Ein Großteil der Fahrtzeit vergeht mit ausschweifenden Ge­sprächen. Die Themen ändern sich so schnell und wechseln so schlagartig vom Ernsten zum Nonsens, dass jeder heimliche Zuhörer uns für verrückt er­klären würde. Wir sind keine Kon­kur­renten mehr. Wir wachsen zu et­was anderem zusammen, etwas Engerem – einer Einheit. Mit unserer Geheimsprache, Witzen und bizarren Streichen veralbern wir unser Medienteam gnadenlos. Wir sind Brüder auf der Straße ins Heilige Land.
Die Straße zieht weiter nach Norden, ewig lange Geraden voller Schlag­löcher und gesäumt von Bäumen – einige davon in zwei Hälften zerrissen oder von den Stürmen des Nordens zu Boden gedrückt. Ein Wald, der rund um den Globus zu reichen scheint. Dieser Ort ist voller Leben, aber nur die Stärksten dürfen hier zu voller Größe heranwachsen.

Tags : audiFreeride World TourhainesRoad Tripvancouver

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