close

Freeskier Cody Townsend und sein Schneemobil

Bei uns in den Alpen ist das Sledden bis auf wenige Ausnahmen verboten. In Nordamerika wächst die Fangemeinde dieses Sports aber kontinuierlich. Wir haben Bigmountain Pro Cody Townsend zu seinem Sled befragt.

Hi Cody, es ist ja schon etwas her, dass du mit deinem Run in Alaska einen viralen Hit gelandet hast. Was hast du bei dem Ritt durch das Couloir gedacht?
Oh Mann, das war wohl die hef­tigste Line, die ich je gefahren bin. Es war ein unglaubliches Gefühl, mit Mach 3 unten aus dem Na­del­öhr zu ballern!


Das glauben wir dir gerne. Jetzt wollen wir dich aber über dein Spielzeug ausquetschen: Was hast du da für einen Sled?
Ich habe mir einen Ski Doo Summit XP zugelegt. Das Teil ist mehr oder weniger im Originalzustand, lediglich eine stabile Halterung für meine Skier hab ich drangebastelt.

Wieso hast du dir eigentlich einen neuen Untersatz gekauft?  
Das Wichtigste war für mich, dass der Summit XP mehr Power und ei­­ne längere Raupe besitzt. Das macht die Maschine einfach zuver­läs­si­ger. Gerade wenn man 50 Ki­lo­me­ter von der nächsten Straße ent­­fernt durchs Backcountry cruist, benötigt man einen Sled, der nicht so einfach stecken bleibt und dessen Motor nicht plötzlich den Geist aufgibt.

Ist dir so was schon mal passiert?
Nicht nur einmal! Am schlimmsten hat es mich in Alaska getroffen, als ich 1.000 Höhenmeter auf einen Gip­fel hinauffahren wollte. Kurz vor dem Ziel ist mir der Sled ab­ge­soffen. Ich konnte nicht schnell ge­­nug reagieren, so dass ich zusam­men mit der Maschine den halben Berg wieder runtergeflogen bin. Ir­gend­wann kamen wir zum Ste­­hen. Unglücklicherweise lag das Teil dann auf mir drauf, so dass ich 20 Mi­nuten unter ihm gefangen war. Als wäre das nicht schon schlimm genug gewesen, befand sich der Ski Doo in Kopflage, so dass sich der Tank und sogar der Reservetank ent­leerten – und das 100 Kilometer von der nächsten Stadt! Und weil’s gleich komplett schei­ße lief, kam dann noch ein Schneesturm auf.

Tolles Drehbuch, Herr Townsend, hätten wir kaum besser schreiben können… Hast du auch eine lustige Story auf Lager?
[lacht] Ja, die hab ich. Ich müsste da­mals 19 Jahre alt gewesen sein, als ich mir einen Sled zulegte und über­haupt das erste Mal auf solch ei­nem Teil unterwegs war. Ein Kum­­pel nahm mich mit auf einen Run in die Berge. Wir wollten ein paar Runden in einem steilen Bergwald drehen. Ich hatte die Hälfte mei­nes Jahreseinkommens für den Hobel hingelegt, aber dann keine Ver­si­cherung abgeschlossen. Wenn ich die Kiste da gegen einen Baum gesetzt hätte, wäre es das wohl gewesen mit meiner Sled-­Karriere.

In Nordamerika gehören Sleds zu Skiprofis, wie süßer Senf zu Weißwürstena In Nordamerika gehören Sleds zu Skiprofis, wie süßer Senf zu Weißwürsten
In Nordamerika gehören Sleds zu Skiprofis, wie süßer Senf zu Weißwürsten

Sieht ja aus, als wäre das damals gut gegangen wäre. Wie sieht es denn inzwischen aus mit deinen Fahrkünsten?
Es wird stetig besser und ich bleibe nicht mehr so oft im Powder stecken wie früher. Von einem Profi bin ich aber noch Meilen entfernt. Ich bin schon froh, wenn ich meinen Sled am Ende des Tages in einem Stück nach Hause bringe.

Dann gehst du da wohl auf Nummer sicher?
Wenn ich so fahren würde, wie ich Ski fahre, müsste ich mir wohl jede Woche eine neue Maschine kaufen.

Du bist also kein radikaler Sled-Neck?
Sicher nicht. Ich habe meinen Sled zwar den ganzen Winter hin­ten auf dem Truck, um mir die Möglichkeit offen zu halten, weit ins Backcountry vorzudringen, aber in erster Linie bin ich Skifahrer. Ihr solltet mal nach Whistler fahren, dort knattern an einem schönen Tag ungefähr 500 Sleds durchs ­Gelände.

Tags : AlaskaCody TownsendSchneemobil

Pin It on Pinterest