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Ein Münchner will das Meer retten

Surfer brauchen das Meer wie die Luft zum Atmen. Ohne das Meer wären wir wie ein vertrockneter Fisch. Dass es unseren Meeren aber nicht sonderlich gut geht, wissen wir. Der Münchner Fotograf York Hovest will den Problemen, aber auch Lösungen unserer Meere jetzt ganz genau auf den Grund gehen. Was er vorhat, hat er uns verraten.

Text: Anja Medau

Welche Probleme haben unsere Meere denn?

Auch wenn es super ist, als Surfer, Taucher, Segler, mit dem Jetski oder Boot übers Wasser zu heizen und wir jede Menge Spaß haben, ist da unterirdisch eine Menge los. Unsere Meere sind komplette Müllhalden geworden. Überfischung und illegales Fischen hat ganze Arten aussterben lassen, der Klimawandel bringt die Temperaturen und so auch die Lebensräume von Korallen und Algen ins Wanken. Übersäuerung und Inseln aus Plastikbergen, die massenweise Tiere und inzwischen auch uns Menschen bedrohen, sind nur einige der Probleme.


Du möchtest mit einem Film- und Buch-Projekt „100 Days of Oceans – Heroes of the Sea“ hinter die Kulissen der Meeresprobleme schauen und ebenso Lösungen aufzeigen. Worum wird es gehen?

Das Projekt „100 Tage Ozeane“ bzw. „100 Days of Oceans“ wird zum einen ein Foto- und Informationsbuch gemeinsam mit National Geographic werden und auch als Film umgesetzt werden. Im Fokus steht die Rettung unserer Ozeane und Portraits von „Helden der Meere“. Wissenschaftler, Aktivisten und Visionäre haben bereits viele Ideen und Technologien in der Pipeline, wie wir unsere Meere retten können. Die wenigsten davon sind jedoch bekannt, und sie brauchen finanzielle Unterstützung. Ich möchte diese Leute ins Licht setzen und mit meiner Filmdokumentation Wege aufzuzeigen, wie man selbst einen Teil zur Rettung unserer Ozeane beitragen kann. Ich möchte mit dem Projekt erreichen, dass sich noch mehr Menschen Gedanken über die Rettung unserer Ozeane machen. Denn nur, wenn wir genügend Aufmerksamkeit erregen, können wir alle gemeinsam etwas bewirken. Das Bewusstsein der Menschen wird dazu führen das wir alle achtsamer werden.

Wen bekommen wir zu Gesicht?

Zu meinen Helden gehören z.B. die Crew der „Bob Barker“ von Sea Shepherd, die ich einen Monat lang begleitet habe. Die Aktivisten setzen sich unter Einsatz ihres Lebens gegen illegales Fischen und brutales Abschlachten von Walen ein. Im Herbst war ich in Thailand auf der Insel Phi Phi, wo ich die Arbeit eines Meeresschützers an verschiedenen Korallenaufzuchtstationen dokumentiert habe. Wir sind außerdem mit dem Leibnitzinstiut nach Tansania geflogen. Dort kann man immer noch riesige Tauri-Muscheln am Strand kaufen, die weltweit geschützt sind. Russen und Chinesen kaufen nach wie vor gerne diese Muscheln. Das Ökosystem wird vor Ort dadurch massiv gestört.
Auch dabei ist David Katz mit seinem Projekt Plasticbank in Haiti, der sich mit dem Recycling von Plastik in ärmeren Ländern befasst. Er hat ein geniales System namens „Social Plastic“ entwickelt, bei dem Menschen gegen das Eintauschen von Plastik ein Mittagessen, Strom oder Geld verdienen können. Auch dabei sein wird die Meeresschutzorganisation „Pelagic Life“, die aufpasst, dass der Weiße Hai im Ökosystem Meer nicht ausstirbt. Mehr verrate ich noch nicht.

Auf der nächsten Seite erfährst du, wie York auf die Idee kam und wieso ihn Orkas in Norwegen bisher am meisten beeindruckt haben.

Tags : 100 Days of OceanMeeresschutz

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