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Die größte Challenge einer langen Reise ist die Rückkehr nach Hause

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die letzten Wochen der Semesterferien sind angebrochen und den Meisten von uns steht die Rückkehr in die Heimat bevor, um das zu tun, was alle tun. Studieren und/oder Arbeiten. Wir haben keinen Masterplan für eure bevorstehende Reisedepression in petto, dennoch aber ein paar aufmunternde Worte zum Ende der Sommerzeit für euch bereit:

Ihr kommt also zurück und hattet Abenteuer pur. Unterwegs, auf der Suche nach Wellen, habt ihr einen Teil der Welt erkundet, fremde Kulturen erlebt, euch neuen Herausforderungen gestellt und seid an deine Grenzen gegangen. Größere Wellen wurden gesurft, habt neue Freunde gefunden, neue Erfahrungen gemacht, spontane Entscheidungen getroffen und nach Lust und Laune gesurft. Und dann ist der Trip zu Ende, das Geld knapp und die Heimat ruft. Sie schreit förmlich nach dir.

Aber warum fällt uns die Rückkehr nach Hause immer so schwer?

Der Moment, in dem wir in den Flieger steigen, ins Auto Richtung Heimat, in Richtung Landlocked-Life. Dieses unspontane Datum, welches auf dem Rückflug-ticket steht. Das ist der Teil eines Surftrips, vor dem es den Meisten eiskalt den Rücken herunterläuft. Der Teil, der gerne verdrängt, vergessen, im Sand verbuddelt oder im Meer ertränkt wird. Solange, bis der Kloß im Hals einem fast den Atem zuschnürt, und das Salzwasser nicht mehr vom nassen Bikini oder den Boardshort, sondern aus den Augen tropft.

Zurück zu Hause…

Keine Frage freut man sich auf die Familie und Freunde, Verwandte und Bekannte und ein wenig vielleicht sogar auch auf die vertrauten vier Wände? Hat man dann aber alle gesehen und besucht, kehrt schnell der Alltag ein und am restlichen Wachs unserer Bretter klebt in kürzester Zeit nurmehr Haustaub statt Sand.

Die ersten zwei Wochen zu Hause als Geschichtenerzähler und Abenteurer gehen immer schnell vorbei. Danach lauscht keiner mehr gespannt deinen Erfahrungen und schwelgt mit dir in Erinnerungen an die perfekten Wellen. Du bist wieder da, im Alltag angekommen und jeder hat sich bereits daran gewöhnt, außer du. Alle (!) arbeiten wie gewohnt, außer du. Es scheint, als hätte sich Zu Hause nichts wirklich geändert, außer du. Keiner hat Zeit, maximal am Wochenende, und selbst da sind die meisten bereits Wochen vorher ausgebucht, haben schon seit langem Konzerttickets für heute, im Restaurant reserviert und bestenfalls auch das Essen schon vorbestellt, seit einer Woche Kinokarten für Samstagabend oder fangen um 16 Uhr auf Knopfdruck das Relaxen im Wellness Hotel an. Die Uhren und Gemüter ticken hier nämlich nach Kalendern und Terminen, der Uni und der Arbeit, dem Freund und der Verlobten. Die Laune eines jeden fügt sich dem, was iCal für den Tag vorgesehen hat. Spontanität ist zwar jedem bekannt, wie´s wirklich funktioniert wissen aber nur die Wenigsten. Und dann kommen die Fragen… „Und, was machst du jetzt? Studium? Arbeit?“; „Hast du schon Pläne?“

Denn zu Hause gibt es für alles einen Plan. Und gibt´s den mal nicht, herrscht Chaos und Unzufriedenheit. Man fragt sich dann, warum das auf Reisen immer so gut ohne funktioniert?

Mal ehrlich, keiner weiß doch, was letztendlich in 10, 20 oder 50 Jahren ist und ob sich das ganze Arbeiten und sparen für´s Alter überhaupt einmal auszahlt oder ob uns das Ende der Welt doch noch vor dem Alter einholt.

Aber‚ No risk, no fun‘ ist nicht für jedermann

Eigentlich will man jetzt nichts sehnlicher als sofort wieder weg. Man fühlt sich verloren, unverstanden und in der Heimat plötzlich noch viel weniger zu Hause, als überall anders auf der Welt. Du willst zurück dorthin, wo die Menschen deine Sprache sprechen. Nicht Spanisch, Deutsch, Englisch oder Indonesisch, sondern die Sprache, in der andere wissen, was es heißt zu erleben, zu entdecken, im Wasser zu sitzen, bis der letzte Sonnenstrahl der Dunkelheit gewichen ist, einfach das zu tun, was einem so viel Freude bereitet, seine Leidenschaft zu entfalten, von ihr zu lernen um mit ihr zu wachsen. Das ist der wohl häufigste Grund, warum die ’Reintegration’ nach einem längeren Trip scheitert und wir alle nach kürzester Zeit bereits den nächsten planen.

Aber bis es soweit ist und wir wieder losziehen, gilt es das umzusetzen, was wir auf unserem letzten Weg gelernt haben: mit unerwarteten Situationen umzugehen, sie zu meistern und als neue Herausforderung zu sehen. Nervigen Menschen die Freundlichkeit zu zeigen, die wir auf unseren Surftrips erfahren. In Stresssituationen aus der Gelassenheit anderer Kulturen zu schöpfen und diese auf unseren eignen Alltag zu übertragen.

Die Reise-Depression lässt sich sicherlich nicht ganz vermeiden, aber durchaus erträglicher machen, indem man sich selbst die Zeit gibt, die einem sein nicht-surfendes Umfeld vielleicht nicht sofort gewährt.

Der nächste Surftrip kommt bestimmt

Haltet euch die Möglichkeiten vor Augen, die es gibt, um sein Leben angenehm und reisefreundlich zu gestalten. Keiner von uns ist gezwungen für immer ’daheim‘ zu bleiben. Arbeit ist kündbar, Uni hat Semesterferien und wahre Freunde und Familie haben Verständnis für unsere Surfliebe. Wenn es auch oft dauert, dieses zu erlangen. Besser spät als nie!

Work and Travel Visa machen Reisen und arbeiten gleichzeitig möglich – bis zum 31. Lebensjahr. In Kanada sogar bis zum 35.! Volunteer Jobs in Surfcamps sind ebenfalls eine gute Alternative – auch für die Wintersemesterferien.

Im Zweifelsfall immer die Ruhe bewahren

Kein Grund zur Panik also, denn wir haben alle Zeit der Welt, immer und in jedem Alter. Neue Chancen und Möglichkeiten enden nicht, sie ergeben sich immer und immer wieder. Und was haben wir in unserer Zeit ’overseas’ gelernt und bei unserer Ankunft hier stolz jedem gepredigt?! Richtig: „no worries und Pura Vida.“

Euer Prime Surfing Team fühlt mit euch und damit euch zu Hause nicht gleich die Decke auf den Kopf fällt, könnt ihr hier noch einmal nachlesen warum Landlocked Surfer eigentlich sogar besser dran sind 😉

Tags : SurftripWeltreise

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