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7 Fragen… zum Surfen am Bodensee

Im Bodensee brechen surfbare Wellen – klingt komisch, ist aber wahr. Wir haben Emmanuel Epp, einen der ersten Surfer am Bodensee zu den Swells im See befragt.

1. Surfen im Bodensee? Das ist doch ein Witz, oder?

„Ja, das denken viele. Ich habe etliche Gespräche geführt, die etwa so verliefen: Surfen auf dem Bodensee? Du meinst Windsurfen? Nein, Wellenreiten, ohne Segel! Das geht nie und nimmer, träum weiter… Doch Surfen am Bodensee ist kein Witz, sondern Realität.“

Falls einer der Surftage in den Winter fällt, kann das Wasser 1 Grad kalt sein. Im Sommer erwarten dich dagegen angenehme 20 Grad.
Falls einer der Surftage in den Winter fällt, kann das Wasser 1 Grad kalt sein. Im Sommer erwarten dich dagegen angenehme 20 Grad. Foto: Emmanuel Epp

2. Woher kam die Idee am Bodensee Wellen zu suchen?

„Ausschlaggebend war der Wellenhunger, wenn wir nach einem Surftrip wieder nach Hause gekommen waren. Da wären wir über jede Miniwelle froh gewesen. Außerdem war ich auch viel Windsurfen und konnte ständig beobachten, wie sich das Wasser bei Wind bewegt und verändert. Da gab es hin und wieder Kabbelwellen auf ganz kleinen Seen, die man als Sprungschanze beim Windsurfen nutzen konnte – geschätzt waren die 30 bis 50 Zentimeter hoch. Als nächstes besorgten wir uns Physikunterlagen, um die Enstehung von Wellen berechnen zu können. Dabei fanden wir heraus, dass der Bodensee wegen seiner Tiefe, Länge, Breite und Wasservolumen sowie günstigem Ufergelände bei Sturm Wellen erzeugen müsste. Der errechnete Wert toppte dabei alle unsere Vermutungen.“

3. Wann brechen im Bodensee Wellen?

„Es braucht Wind, und natürlich hatten wir von Föhnstürmen am Bodensee gehört, bei denen selbst Boote kenterten. Ob man bei so einem Sturm noch surfen könnte, war aber fraglich. Wir begannen, ab 4 Windstärken regelmäßig zum Wellencheck an den See zu fahren. Unter 4 Beaufort ging gar nichts, ab 4 bis 5 war es oft ganz nett, und bei 6 oder 7 Beaufort war es fast schon wieder zuviel Wind. So gibt es geschätzte 20 Surftage am See pro Jahr – das entspricht umgerechnet immerhin drei Wochen Urlaub am Meer.“

Emmanuel Epp war einer der ersten Bodensee-Surfer und weiß genau, wann wo surfbare Wellen brechen.
Emmanuel Epp war einer der ersten Bodensee-Surfer und weiß genau, wann wo surfbare Wellen brechen.

4. Sind die Wellen am Bodensee überall gleich?

„Nein, wir stellten schnell fest, dass es bessere und weniger geeignete Spots gibt. Wichtig ist, dass der Wind die Wellen über die maximale Seelänge aufbauen kann. Daher ist Nordwestwind am besten. Dann können sich die Wellen über eine Strecke von etwa 30 Kilometern soweit ordnen, dass man sie surfen kann. Die Spots liegen daher alle auch im Osten des Sees. Natürlich gibt es auch im Norden Spots, wenn ein Südsturm aufzieht, doch das ist relativ selten.“

Wie die Wellen am Bodensee wirklich sind, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Tags : Bodensee

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