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7 Fragen… zum Müllproblem auf Bali

Melissa bloggt seit Jahren für indojunkie.com und kennt wirklich jede Ecke auf Bali. Leider hat sie dort nicht nur Schönes gesehen. Wir haben sie zum Müllproblem auf der Insel der Götter befragt.

1. Ihr habt dieses Jahr ein Foto am Jimbaran Beach geschossen, das wahre Massen an Müll zeigt. War das ein besonderer Vorfall oder ist das immer so?

Der Jimbaran Beach ist aus dem Film „Eat Pray Love“ bekannt, und Touristen kommen vor allem nach Jimbaran, um bei einem romantischen Seafood-Dinner am Strand die Sonne untergehen zu sehen. Auch an diesem Tag hatten sich einige Touristen versammelt und saßen an romantisch-eingedeckten Tischen. Doch anstelle von einem weißen, feinen Sandstrand lag vor ihnen massenweise Müll, und auch das Wasser selbst war voller bunter Plastikverpackungen. Eine Freundin und ich hatten uns an diesem Tag für einen Strandspaziergang verabredet – so marschierten wir kilometerweit über alte Nudelverpackungen, Zahnbürsten, Plastikflaschen und anderen Haushaltsmüll. Das ist natürlich nicht immer so. Vor allem in der Regenzeit nach regenreichen Tagen kommt das gravierende Müllproblem des größten Inselreichs der Welt zum Vorschein. Aber im Prinzip ist der Müll immer da – versteckt im Ozean oder in den Flüssen. Erst nach starkem Regen oder heftigem Wellengang wird der Müll zum Strand gespült und somit sichtbar für jeden. Vielleicht ist der Müll nicht immer sichtbar für uns, aber er ist immer da!

Jimbaran an einem nicht ganz so romatischen Tag in der Regenzeit.
Jimbaran an einem nicht ganz so romatischen Tag in der Regenzeit.

2. Ihr wart ja auch an vielen anderen Stränden auf Bali. War das Bild überall ähnlich oder nur in Jimbaran so schlimm?

In der Regenzeit ist vor allem die Westküste Balis betroffen. Auch die Strände der beliebten Orte Canggu, Kuta oder Seminyak sind während der Regenzeit ziemlich vermüllt. Hier wird jedoch – aufgrund der Touristen – ab und an „aufgeräumt“. An Stränden wie Yeh Gangga oder Kedungu sucht man in der Regenzeit vergeblich nach einem Ort ohne alte Flip-Flops, Nudelboxen & Co. Das Wasser an der Westküste erinnert dann eher an „kopi“ (dt. Kaffee) als an einen paradiesischen Ozean.

Der Vergleich: Jimbaran in der Regenzeit.
Der Vergleich: Jimbaran in der Regenzeit.
Und in der Trockenzeit.
Und in der Trockenzeit.

3. Wenn man solche Bilder sieht, denkt man: Wer in Bali schwimmt oder surft, der stürzt sich quasi in einen Plastikmüll-Ozean. Ist das so oder wie habt ihr das erlebt?

Tatsächlich haben wir während der letzten Reise in der Regenzeit eine andere Seite Balis kennengelernt. Nicht nur der Müll ist mir beim Surfen aufgefallen, auch das Treibholz kann zu gefährlichen Hindernissen werden. Denn neben Müll triffst du im Lineup auch auf Kokosnüsse, Baumstämme oder ganze Bananenbaum-Stauden. Und dann gibt es diese Tage, an denen man durch Plastiktüten paddelt und beim Rausgehen jeweils noch eine Tüte am Hintern und eine am Kopf klebt. Da fragt man sich wirklich, was wir mit diesem wunderschönen Planeten Erde gerade anstellen.

Auf der nächsten Seite suchen wir die Ursachen für die Mülllawine in Indo.

Tags : BaliMüll

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